Giftstoffe in Feuerwerkskörpern
Jede fünfte Probe enthielt relevante Mengen von Hexachlorbenzol (HCB), einem der gefährlichsten langlebigen Umweltgifte.

Foto © Eduard MeierDas Mürztal in der Silvesternacht
Zum Jahresende boomt das Geschäft mit Knallern und Feuerwerkskörpern. Zum Leidwesen vieler hat sich die Knallerei in den letzten Jahren zeitlich auf beinahe die ganze Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ausgedehnt. Beim Abschießen von Knallkörpern und Raketen entsteht lungengängiger und giftiger Feinstaub, welcher besonders für kranke, aber auch für gesunde Personen eine Gefährdung darstellt. Bei der Verbrennung von Feuerwerkskörpern entsteht durch chemische Reaktionen eine Vielzahl neuer Substanzen. Jeder Feuerwerkskörper setzt somit Feinstaub und Schadstoffe frei.
Das Lebensministerium hat gemäß den Überwachungsvorschriften des Chemikaliengesetzes österreichweit Untersuchungen von Feuerwerkskörpern durchgeführt. Dabei musste das Ministerium einräumen, dass ein erheblicher Teil der in Österreich vertriebenen Feuerwerkskörper zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Jede fünfte Probe enthielt relevante Mengen von Hexachlorbenzol (HCB), einem der gefährlichsten langlebigen Umweltgifte. Es unterliegt aus gutem Grund in der gesamten EU einem Totalverbot. Es gehört zu den Stoffen, die durch die Stockholmer Konvention weltweit verboten wurden. HCB reichert sich in der Nahrungskette des Menschen - Pflanzen und Fischen - und im menschlichen Organismus selbst an. Die Substanz darf aufgrund ihrer Persistenz unter keinen Umständen in die Umwelt gelangen; sie ist stark Wasser gefährdend.
Wie kommt HCB trotz EU Totalverbot in Feuerwerkskörper?
Die weltweit größten Feuerwerksproduzenten sind Drittstaaten wie China, gefolgt von Indien und einigen Staaten in Mittel- und Südamerika wie Peru, Guatemala und El Salvador. Bestimmungen, die den Umgang mit den gefährlichen und gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen der Knaller und Raketen regeln sollen, existieren häufig nicht oder werden einfach missachtet. Meist erfolgt die Herstellung der Feuerwerkskörper unter menschenverachtenden Bedingungen. Was ebenso nicht an die Öffentlichkeit dringt, ist die Tatsache, dass vielfach Kinder in der Produktion arbeiten.
Appell an die Vernunft
Alljährlich gehen in Österreich rund um Silvester hunderttausende Feuerwerkskörper im Wert von ca. neun Millionen Euro in Schall und Rauch auf. Selbst wenn auch dieser Appell ungehört verhallen sollte, möchte ich alle Leserinnen und Leser bitten: Beginnen Sie das neue Jahr mit einem guten Vorsatz. Verzichten Sie auf die Anwendung von Feuerwerkskörpern. Machen Sie Österreich am Neujahrstag nicht zur flächendeckenden Sondermülldeponie.
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Leser-Reporter
Dieser Artikel wurde uns von Leser-Reporter Eduard Meier aus Mürzzuschlag geschickt.








