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Zuletzt aktualisiert: 16.12.2009 um 20:41 UhrKommentare

Feuerwehr für den Kosovo

Der Kommandant der FF Picheldorf, Franz Pfeiler, hat im südlichen Kosovo praktisch aus dem Nichts eine Feuerwehr aufgebaut.

Franz Pfeiler, Feuerwehrkommandant Jetmir Morani und Bürgermeister Isak Hoti

Foto © PrivatFranz Pfeiler, Feuerwehrkommandant Jetmir Morani und Bürgermeister Isak Hoti

Dass es bei uns in jedem Dorf eine Freiwillige Feuerwehr gibt, sehen wir als selbstverständlich an. Im Kosovo, also im früheren südlichen Jugoslawien, ist das aber völlig unbekannt. "Als wir den Begriff ,freiwillig' übersetzen wollten, wurde uns gesagt, dass es nicht einmal einen Begriff dafür gibt", erzählt Franz Pfeiler, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Picheldorf in der Gemeinde Oberaich.

Pfeiler hat vor zwei Jahren begonnen, in der 8000-Einwohner-Stadt Ratkovac im Kosovo eine Freiwillige Feuerwehr aufzubauen. Der Bedarf ist groß, denn es gibt jede Menge Kurzschlüsse im Stromleitungssystem, und auch die desolaten Herde und Öfen führen immer wieder zu Bränden. Die nächste Berufsfeuerwehr ist aber 40 Kilometer entfernt, die Straßen sind schlecht und vor Ort gibt's oft nicht einmal eine intakte Wasserleitung.

Solidarische Wehren

Zumindest in Ratkovac ist dieses Problem behoben, denn vor Kurzem konnte Pfeiler - als krönenden Abschluss seiner Bemühungen - ein Tanklöschfahrzeug übergeben: "Das hat die Betriebsfeuerwehr VA Austria Draht großzügigerweise zur Verfügung gestellt", freut er sich. Auch die anderen Wehren des Mürztals zeigten sich in den letzten Jahren sehr offen für Pfeilers Idee: "Die Feuerwehr Mitterdorf gab ihr altes Mannschaftstransportfahrzeug, und an ausgemusterten Uniformen und Ausrüstung bekam ich so viel, dass ich gar nicht alles hinunterbringen konnte."

Es gibt jetzt in Ratkovac auch ein Rüsthaus, das ohne finanzielle Hilfe der Gemeinde erbaut wurde. Pfeiler: "Es ist toll, wie alle zusammenhelfen, es brauchte nur den Anstoß von außen." Pfeiler selbst war mehrmals im Kosovo und bildete die Mannschaft aus: "40 Mann haben sich zuerst gemeldet, die 16 besten bilden jetzt ein sehr gutes Team."

Ein Team, das fast nach westlichem Standard ausgerüstet ist. Dies würdigte auch der Bürgermeister von Ratkovac, Isak Hoti, in seiner Dankesrede: "Ein Mann hat es geschafft, ein Weihnachtsgeschenk für eine ganze Stadt zu bringen."

Franz Pfeiler will sein Projekt noch eine Zeitlang im Auge behalten, und er hofft, dass seine Idee Nachahmer findet: "Das ist echte Hilfe zur Selbsthilfe, und es kommt enorm viel zurück. Welche Freude die Menschen mit ihrer Feuerwehr haben, das ist für mich ein bleibendes Erlebnis."

FRANZ POTOTSCHNIG

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