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Zuletzt aktualisiert: 25.06.2010 um 21:16 UhrKommentare

"Die Gemeinden sind die Lokomotiven"

Auftakt für die Klimamodellregion Mürzzuschlag. Man will weg von den fossilen Energieträgern und bei minimalem Energieverbrauch maximale Lebensqualität erreichen.

Wollen Energieautonomie: Motivierende Bürgermeister (sogar mit Gipsbein), Vertreter des REV und der Wirtschaft

Foto © PrivatWollen Energieautonomie: Motivierende Bürgermeister (sogar mit Gipsbein), Vertreter des REV und der Wirtschaft

Der Bezirk Mürzzuschlag hat sich zur Klimamodellregion erklärt, man beginnt nun mit einem zweijährigen Projekt und hat das langfristige Ziel von den fossilen Energieträgern immer mehr wegzukommen. In den nächsten zwei Jahren läuft das Initiativprojekt. Donnerstagabend lud man zur Auftaktveranstaltung nach Krieglach - und zeigte klar, was man will: Alle Kräfte bündeln. Gemeindevertreter, regionale Energieversorger, Wirtschaftstreibende, Führungskräfte örtlicher Bankinstitute, alles war da. Unternehmen präsentierten ihre Produkte.

Aufhorchen ließ Michael Cerveny von ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) mit seinem Vortrag über Erdöl, Gas und Kohle: 580 der weltweit 780 Ölfelder sind ziemlich ausgereizt, seit fünf Jahren stagnieren die Ölfördermengen. Mit dem Begriff "Peak Oil" steht und fällt alles. Er beschreibt das Erreichen der maximalen Ölförderrate eines Ölfeldes, von dort an werden die Mengen weniger, der weltweite Verbrauch ist nicht mehr abzudecken.

Es wird sauteuer

Die Konsequenzen von "Peak Oil": 1,35 Euro pro Liter Heizöl und pro Jahr 2500 Euro mehr für einen Haushalt alleine für die Energieversorgung, Lebensmittel und anderes nicht mit eingerechnet. Unter Berücksichtigung aller Pros und Contras schloss Cerveny: "Wenn die Pessimisten recht haben, kommt Peak Oil jetzt, haben die Optimisten recht, kommt er 2032". Erdgas reicht bei einem weltweiten Wachstum von zwei Prozent noch 38 Jahre, Kohle 50 Jahre. Ein Trost: "Die Sonne liefert 10.000 Mal so viel Energie, als diese Erde braucht, wir müssen also nur einen Bruchteil nutzen." Die Ernüchterung: "Die Umstellung auf Erneuerbare Energie braucht sicher zwei Generationen."

Beeilung heißt es, war man sich einig. Im Bezirk wird man in den nächsten zwei Jahren 166.000 Euro investieren, sie kommen vom Klimafonds, den Gemeinden und dem Regionalen Entwicklungsverband (REV). Das Vorankommen wird kontrolliert. Jochen Graf vom REV: "Es soll kein Maßnahmenpapier werden, das in der Schublade verschwindet." Karl Puchas unterstützt mit seiner Regionalen Entwicklungsagentur den Prozess. 125 Millionen Euro gehen für Energiegewinnung aus der Region hinaus. Die könnten da bleiben und drei bis vier Mal mehr Arbeitsplätze schaffen. Aber alle müssen kurbeln. Allen voran die Gemeinden: "Die Gemeinden sind die Lokomotiven." Der Auftrag: Beim Prozess mittun, Investitionen tätigen, motivierend vorangehen.

MICHAELA AUER

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