In Steinhaus wurde es still
Im Dezember wollten Politiker von SPÖ, ÖVP und FPÖ die Ausdünnung des Nahverkehrs am Semmering verhindern - ohne Erfolg.

Foto © AuerDer Bahnhof Steinhaus wirkt sehr verlassen. Bis vor Kurzem hielten hier zwölf Züge täglich, jetzt sind es zwei
Ende November trafen sich Abgeordnete und Bürgermeister von diesseits und jenseits der Passhöhe auf dem Semmering. Gemeinsam wollten sie noch schnell den Kahlschlag des ÖBB-Fahrplans für die Gemeinden rund um den Semmering verhindern. Allerdings waren sie mit dieser Initiative recht spät dran, denn der neue Fahrplan trat bereits kurze Zeit später, am 11. Dezember, in Kraft.
Und er kam ziemlich genau so, wie ihn die ÖBB geplant hatten. Dies trifft alle Gemeinden, besonders aber den Ortsteil Steinhaus in der Gemeinde Spital. Dort blieben von zwölf Regionalzügen, die bisher hielten, nur zwei übrig. Als Ausgleich fährt ein Bus um 7 Uhr morgens nach Steinhaus, der bisher nicht hielt.
"Das ist ein Witz, wir kommen tagsüber weder mit dem Bus noch mit dem Zug nach Mürzzuschlag", beschwert sich ein Pensionist aus Steinhaus: "Man kann nicht zum Einkaufen fahren, kann niemanden im Spital besuchen und kommt nur mit dem teuren Taxi von hier weg!"
Der Wunsch der Bevölkerung und der Gemeindeführung, die Züge wenigstens durch Busse zu ersetzen, wurde nicht erfüllt. Steinhaus liegt nämlich abseits der Busroute.
Am liebsten wäre den Steinhausern aber ohnehin gewesen, wenn die Regionalzüge weiterhin in Steinhaus gehalten hätten. Das hätte außer ein paar Minuten Zeit auch nichts gekostet, "aber das ist uns trotzdem nicht gelungen", ärgert sich der Spitaler Bürgermeister Reinhard Reisinger. Pläne, wie man weiter vorgehen will, sind noch nicht bekannt.














