Obersteiermark Ost

Der „neue“ Nachtbus nimmt Fahrt auf

Der Nachtbus wurde neu aufgestellt und verbindet ab 7. März jeden Samstag die Bezirke Bruck und Leoben. Die Gemeinden investieren jährlich rund 140.000 Euro.Von Marco Mitterböck

Der neue Nachtbus wurde gestern präsentiert
Der neue Nachtbus wurde gestern präsentiert © Marco Mitterböck
 

Vor rund zehn Jahren fuhr der erste Nachtbus durch das Mürztal, um feierfreudige Jugendliche sicher von A nach B zu befördern. Die Vorteile für die etwa 10.000 Gäste pro Jahr lagen auf der Hand: niedrige Preise, eine garantierte Verbindung und letztlich auch die Gewissheit bei den Eltern, dass sich die Jugendlichen nicht selbst hinter das Steuer setzen.

Als sich dieses Projekt im Jahr 2013 auch bei den Bürgermeistern von Leoben und Trofaiach herumsprach, schien die Zeit reif für einen Neustart. „Die Jugendmobilität ist ein großes Anliegen der Politik und ein wichtiger Faktor gegen die Abwanderung“, sagte Jochen Werderitsch, Geschäftsführer des Regionalmanagement Obersteiermark Ost, bei der gestrigen Präsentation des neuen Konzepts. Schließlich fährt bereits am 7. März – also am nächsten Samstag – der erste von der ÖBB-Postbus GmbH betriebene „Nachtbus Hochsteiermark“ durch die Region. „Wir steuern 133 Haltestellen an und legen von Samstag auf Sonntag jede Woche 800 Kilometer zurück“, sagte Gert Schaffer als Vertreter der ÖBB-Postbus GmbH.

Umfrage mithilfe von Facebook

In den vergangenen Monaten hat der Nachtbus allerdings vor allem im Sozialen Netzwerk Facebook Station gemacht. Dort fragten Valerie Böckel, Jugendmanagerin des Regionalmanagement Obersteiermark Ost, und der Nachtbus-Verantwortliche Christoph Bammer die Jugendlichen nach ihren Wünschen. Wie sind sie mit der Route zufrieden? Wann gehen sie außer Haus? Und wann fahren sie dann wieder nach Hause? An diesen und ähnlichen Fragen beteiligten sich schließlich 756 Teilnehmer, das Ergebnis fiel aussagekräftig aus. „Am Samstag haben eineinhalb Mal so viele Menschen Bedarf nach einem Nachtbus wie am Freitag. Als Hauptzeit haben wir 21 bis 3 Uhr erfasst“, erklärte Bammer gestern.

Die Tour

Folgende Gemeinden und Ortsteile werden durch den Nachtbus verbunden: Semmering, Spital, Mürzzuschlag, Langenwang, Krieglach, Mitterdorf, Wartberg, Kindberg, Mürzhofen, St. Marein, Kapfenberg, Bruck, Niklasdorf, Leoben, St. Michael,
St. Stefan, St. Peter-Freienstein und Trofaiach.

Alleine aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag wünschten sich 71 Prozent eine Erweiterung in den Bezirk Leoben. „Das ist ein gutes Beispiel, dass wir eine Stadtregion geworden sind. Die Jugend lebt uns das vor“, sagte der Mürzzuschlager Regierungskommissär Karl Rudischer stellvertretend für alle Gemeindevertreter. Diese waren eifrig zur Präsentation erschienen, tragen doch die Gemeinden die Kosten für den Nachtbus. Alljährlich werden 140.000 Euro fällig, wobei sich die genaue Summe nach der Einwohnerzahl richtet. So zahlt Leoben mit rund 27.350 Euro am meisten, dahinter folgen Kapfenberg mit knapp 26.000 Euro und Bruck mit 17.580 Euro. Einen Teil davon erhalten die Gemeinden über die Ticketverkäufe wieder zurück – wenn das Angebot angenommen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich Bammer eine Vielzahl an Maßnahmen ausgedacht, von Kooperationen mit Lokalen bis hin zu flotten Sprüchen. „Der Nochtbus is a Bringer“, „I foahr mit Plan“ und „Wieda ham zur Mum“ werden ab sofort wohl häufiger zu sehen sein.

Kommentare (1)

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Hohenwanger
1
1
Lesenswert?

Die den Bus benützen wollen

ist er ein großer Helfer.
Nur wie er angeboten wird, hat sich das gezeigt, er wird nicht gebraucht.
Er war schon einigemale von der Eistellung bedroht und der Fehler bleibt wieder der selbe.
Er müßte durch einen Discozug ersetzt werden.
Vom Bahnhof geht es mit Gemeindetaxi nach hause und umgekehrt.

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