Vier Filialen schließenAus für Kika/Leiner: Bruck steht unter Schock

Über mehrere Jahre hinweg machten immer wieder Gerüchte über die Leiner-Schließung die Runde, am Montagabend haben sich diese Befürchtungen bewahrheitet.

Der Leiner in Bruck schließt seine Pforten
Der Leiner in Bruck schließt seine Pforten © (c) Pototschnig Franz
 

Es war eine Entscheidung, die ganz Bruck erschüttert hat. Am Montagabend wurde bekannt, dass die Leiner-Filiale in der Brucker Innenstadt als eines von vier Häusern des Kika/Leiner-Konzerns ihre Pforten schließen muss. Via APA-Aussendung erfuhr davon auch die Brucker Stadtführung.

In einer ersten Stellungnahme drückte Bürgermeister Peter Koch via Facebook sein Bedauern aus: "Traurige Nachricht. Für die MitarbeiterInnen, für die Stadt, für uns alle." Gleichzeitig kündigte Koch auch, weiter kämpfen zu wollen. Schließlich prägt das Leiner-Gebäude mit seinen Dimensionen maßgeblich die Brucker Innenstadt. Moralische Unterstützung kommt auch von Kochs Amtskollegen aus Kapfenberg, Fritz Kratzer: "Bruck und Leiner haben zusammen gehört. Aber Kopf hoch und alle Hebel für Ersatz in Bewegung setzen."

Dort seit Jahrzehnten angesiedelt, wurden in den vergangenen Jahren viele Investitionen getätigt. So wurde das Gebäude erst im Jahr 2016 um 500.000 Euro modernisiert, ähnlich positiv zeigte man sich im Jahr 2017. Bereits damals machten Gerüchte um eine mögliche Schließung die Runde, diese basierten jedoch vor allem auf der wachsenden Konkurrenz, darunter etwa die 2015 eröffnete Lutz-Filiale in Kapfenberg/St. Lorenzen.

Als die südafrikanische Konzernmutter Steinhoff Ende 2017 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, machte sich die Bevölkerung abermals Sorgen um "ihren" Leiner. Vor knapp zwei Wochen lud die örtliche Leiner-Geschäftsleitung noch zu einem Pressegespräch und teilte mit: "Den Brucker Leiner gibt es seit 56 Jahren. Wir müssen mit der Jammerei aufhören und kämpfen."

Nummer drei in Österreich

Der Brucker Standort wurde 1962 eröffnet und war nach St. Pölten und Wiener Neustadt die dritte Filiale in Österreich. Der größte Umbau erfolgte im Jahr 2000. Nach groß angelegtem, 10-monatigem Umbau eröffnete Leiner die Filiale im August 2000 schließlich neu. Damals wurden 190 Millionen Schilling (knapp 14 Millionen Euro) investiert, um das Gebäude um ein Drittel zu vergrößern. Auf 30.000 Quadratmetern waren zum damaligen Zeitpunkt 150 Mitarbeiter tätig.

Auch die Politik war gewillt, Kampfgeist zu beweisen. "Bruck ist das steirische Stammhaus. Als Stadt senden wir ein Signal, dass uns der Leiner sehr am Herzen liegt. Wir hoffen, dass uns dieser Frequenzbringer erhalten bleibt", hatte Wirtschaftsreferent Werner Schmölzer (ÖVP) noch Ende Jänner gesagt. Eine Hoffnung, die sich nun leider zerschlagen hat. Bei der FPÖ hat man einen vermeintlichen Schuldigen ausgemacht und übte am Montagabend Kritik an der Brucker Standortpolitik. FPÖ-Stadtrat Raphael Pensl kündigt einen offenen Brief an: "Alle Parteien müssen jetzt an einem Strang ziehen und geschlossen gegen die Leiner-Schließung auftreten."

Kommentare (3)

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henslgretl
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3
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Motivation

Ich war immer wieder bei Leiner Bruck und habe im Lauf der Jahre sehr vieles an Einrichtung und auch Accessoire gekauft.
Was mir aber in den letzten Jahren aufgefallen ist, war das Personal immer weniger auf den Kunden ausgerichtet. Selten, dass man gefragt wurde, etc.
Das man als Kunde dann auch woanders schaut u kauft, ist irgendwie nachvollziehbar.
Sehr schade. Wenn es so bergab geht, ist einiges im Vorfeld falsch gelaufen.
Jetzt ist die Frage: Was passiert mit dem Geschäftslokal? Wäre eigentlich geeignet, um dort ein Center zu machen nach Leobener Vorbild. Vll kann sowas Bruck als Standort retten?

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spwolfg
2
9
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Mehr einkaufen....

Da rennen alle zum "Lutz" und dann jammern alle um den "Leiner". Noch besser jener großkotzige Politiker, der schon wieder politisches Versagen (Standortpolitik) vorwirft. Geschäfte leben vom Umsatz, die Brucker haben anders entschieden....

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Hildegard11
8
11
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Kika

Erst muss ja alles an irgendwelche "Investoren" verramscht werden. Jagt diese Manager mit dem nassen Fetzen auf und davon.

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