Semmering-BasistunnelSpatenstich erfolgt: Jetzt ist der ganze Tunnel in Arbeit

Mit dem offiziellen Baubeginn des Abschnitts Grautschenhof ist seit Freitag der gesamte Semmering-Basistunnel in Bau.

Arbeiter und Ehrengäste beim Spatenstich
Arbeiter und Ehrengäste beim Spatenstich © Pototschnig
 

Gearbeitet wird am Abschnitt Grautschenhof seit Mai des Vorjahres. Die beiden 100 Meter tiefen Schächte, über die das Material aus dem Tunnel abtransportiert wird, sind schon fertig. Jetzt geht es mit dem Vortrieb los – genau der richtige Zeitpunkt für den offiziellen Spatenstich.

Freitagmittag war es so weit: Weit mehr als 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und von den zahlreichen beteiligten Firmen feierten in einem Festzelt den offiziellen Startschuss. Dieser Schuss fiel äußerst kräftig aus: Über eine leistungsfähige Tonanlage wurde eine Sprengung in Bild und Ton inszeniert, dass das Zelt erbebte.

Zuvor betonte Verkehrsminister Jörg Leichtfried, bekanntlich ein gebürtiger Brucker: „Jetzt ist einmal der Süden dran!“ Wenn Semmering- und Koralmtunnel fertig sind, werde auch die Südbahnstrecke „absolut konkurrenzfähig sein“, wie Leichtfried hinzufügte.

Auch die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner war voll des Lobes über den Basistunnel: „Er bringt allen was: der Wirtschaft Impulse, der Region bis zu 4200 Arbeitsplätze, und den Fahrgästen zwischen Wien und Graz eine Fahrzeit von nur einer Stunde und fünfzig Minuten.“

Ihr steirischer Amtskollege Hermann Schützenhöfer erinnerte an den „harten und steiniger Weg“, bis man sich über den Tunnel einigen konnte. Und anknüpfend an Mikl-Leitner: „Wenn der Tunnel fertig ist, kann man von den Menschen erwarten, dass sie mit der Bahn fahren.“

Ab 2026 wird gefahren

Sieben Kilometer lang ist der Abschnitt Grautschenhof, er reicht von Mürzzuschlag bis Spital am Semmering. Gebaut wird er von der Marti GmbH, der Österreich-Filiale eines großen Schweizer Tunnelbauers. Deren Geschäftsführer Dietmar Kerbis verwies darauf, dass auch noch Dutzende andere Firmen beteiligt sind und hofft auf eine unfallfreie Baustelle. Das hofft auch Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG. Er lobte die perfekte Vorbereitung des gesamten Projektes unter Federführung von Gerhard Gobiet. Die Südbahn als „Flachbahn“ sei ab 2026 ungleich leistungsfähiger als jetzt.

Der Semmering-Basistunnel

  • 27 Kilometer lang ist der Semmering-Basistunnel, der im Jahr 2026 fertig sein soll.
    3,3 Milliarden Euro kostet der Tunnel, der die alte Ghega-Strecke ersetzen wird.
  • 1200 Personen werden zu Spitzenzeiten an vielen Stellen des Tunnels arbeiten. 400 sind es derzeit am Abschnitt Grautschenhof.
  • 7 Kilometer lang ist der Abschnitt Grautschenhof, der am Freitag offiziell begonnen wurde, aber seit einem Jahr in Bau ist.
  • Auf der Südbahnstrecke sind neben Semmering- und Koralmtunnel mehr als 100 große und kleine Projekte in Arbeit.
  • Graz-Wien dauert dann nur noch 1:50 Stunden, 1600-Tonnen-Züge sind kein Problem mehr.

Tunnelpatin Martha Mühlburger, Vizerektorin der Montanuni Leoben, wandte sich an die Bauarbeiter: „Ihr baut an einem Jahrhundertprojekt, das hohe Bedeutung für ganz Österreich hat.“ Und an die Bevölkerung: „Diese Männer sind weit weg von zu Hause. Gebt ihnen hier ein Stück Heimat.“

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