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Neue Richtlinien machen die Sanierung leistbar

Wegen der Sanierung hätten sich die Mieten in einem Brucker Wohnhaus fast verdoppelt. Neue Förderrichtlinien konnten das noch verhindern.

 
Dass Wohnhaussanierungen nicht immer ganz reibungslos ablaufen, ist bekannt. So auch bei der Sanierung einer Wohnanlage der Wohnbaugenossenschaft Ennstal-Neue Heimat in der Brucker Südtirolerstraße mit 182 Mietwohnungen.

Drastische Erhöhungen. "Es hat weder ein Schreiben an die Mieter noch eine Mieterversammlung gegeben, um uns über den Umfang und die Kosten der Arbeiten aufzuklären", ärgert sich Magdalena Wlattnig, eine Mieterin. Vor allem stört sie, dass die Mieter - schon vor Beginn der Arbeiten - mit drastischen Erhöhungen der Mieten konfrontiert wurden. So sei die Miete für ihre 69-Quadratmeter-Wohnung von 285,15 auf 511,14 Euro explodiert - fast eine Verdoppelung. Und: Die Erhöhung wurde auf dem Gerichtsweg eingebracht.

Wohnbau-Landesrat eingeschaltet. Die Frau ließ sich das nicht gefallen, und als langjährige ÖVP-Mitarbeiterin wandte sie sich an VP-Gemeinderätin Gudrun Jeglitsch. Diese wiederum schaltete VP-Bezirksparteiobmann Johann Seitinger ein, der auch Wohnbau-Landesrat ist.

Neue Förderrichtlinien. Am Donnerstag konnten Jeglitsch und Seitinger bereits eine Lösung präsentieren. Seitinger: "Obwohl die neuen Förderrichtlinien erst beschlossen werden, wird dieses Projekt bereits nach den neuen Richtlinien behandelt." Das heißt, dass es für die thermische Sanierung - Fenster und Fassade - 30 statt wie bisher 15 Prozent Förderung gibt.

Große Erleichterung. Dies ist eine große Erleichterung für Wlattnig, deren Miete sich jetzt nicht auf 511 monatlich erhöht, sondern auf 401 Euro - immerhin um 110 Euro weniger als nach den alten Richtlinien.

Diplomatisches Geschick. Seitinger zur Vorgangsweise der "Ennstal": "Die Wohnbaugenossenschaften leisten sehr gute Arbeit, es kommt aber immer wieder vor, dass es ihnen am diplomatischen Geschick im Umgang mit ihren Mietern fehlt."

Langjähriger Wunsch der Mieter. Prokurist Julius Rozner von der "Ennstal" sieht die Vorwürfe der Mieterin als nicht gerechtfertigt: "Wir erfüllen mit der Sanierung einen langjährigen Wunsch der Mieter. Das war allen bekannt, und überdies halten wir einmal wöchentlich einen Sprechtag in der Siedlung ab."

Mietenerhöhung. Dass man die Mietenerhöhung für die Sanierung per Gerichtsbeschluss durchgesetzt hat, war laut Rozner der einzige gangbare Weg: "Wir wissen aus Erfahrung, dass es so gut wie unmöglich ist, bei 182 Mietern einen Konsens herzustellen." Der Gerichtsbeschluss habe das Verfahren deutlich abgekürzt. Und danach habe es sehr wohl Schreiben an alle Mieter gegeben.

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