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Bischofskonferenz

Kirche geht auf Kritiker zu

Die katholische Kirche will ab 2014 in einen Dialog mit Andersdenkenden und säkularen Kreisen treten. Ab Herbst 2014 will man über eine Periode von zwei Jahren in einen "strukturierten Gesprächsprozess" eintreten. Von Michael Jungwirth

© APA
 

Unter dem Eindruck des neuen Papstes legt die katholische Kirche in Österreich eine neue Offenheit gegenüber kirchenfernen Kreisen an den Tag. Bei ihrer Sommertagung in Mariazell haben sich die Bischöfe in den letzten Tagen darauf verständigt, statt sich einzuigeln nun verstärkt den Kontakt zu säkularen, zumeist kirchenkritischen, wenn nicht sogar kirchenfeindlichen Kreisen zu suchen - und in einen intensiven Dialog mit der Gesellschaft zu treten. Ab Herbst 2014 will man über eine Periode von zwei Jahren in einen "strukturierten Gesprächsprozess" eintreten. Federführend soll dieses so genannte "Zukunftsforum" von der Katholischen Aktion getragen werden.

Kardinal Christoph Schönborn machte bei der Präsentation deutlich, dass es sich dabei um "keine innerkirchliche Nabelschau" handle. "Angesichts der sich beschleunigenden Umbrüche in unserer Gesellschaft müssen wir uns verstärkt mit den Andersdenkenden, weltanschaulich Anderen auseinandersetzen", so der Kardinal, um dem hinzuzufügen: "Die Kirche muss in der säkularen Gesellschaft bereit sein, sich unbeleidigt zu artikulieren." Ausdrücklich eingeladen sind laut Schönborn auch kritische Organisationen wie "Wir sind Kirche" sowie die Pfarrer- und Laieninitiative.

Gegen narzisstische Kirche

Bei den vier großen Themen des Zukunftsforums, die jeweils ein halbes Jahr lang behandelt werden, geht es um die Fragen von "Familie und Beziehung", "Bildung und Arbeit", "Kirche und Gesellschaft in Österreich" sowie "Gerechtigkeit und Ökologie weltweit". Das Thema Europa fehlt.

Abermals zeigte sich Schönborn von Papst Franziskus begeistert. Der Papst zeichne sich einerseits durch die Option für die Armen, andererseits durch seine "Absage an kirchliches Machtdenken", an eine "übertriebene Ästhetisierung der Rituale" und eine "narzisstistische Selbstbezogenheit" der Kirche aus. Papst Fransikus ist "kein Bote einer Wellness-Kirche."

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