Olympia-Ringe statt Ehering
Für Beach-Volleyballer Florian Gosch haben die fünf olympischen Ringe jetzt Vorrang.

Foto © GEPAFlorian Gosch
Florian Gosch kann es kaum noch erwarten! Die Spannung steigt von Tag zu Tag. Damit sind nicht nur die Olympischen Spiele in Peking - die nach Athen 2004 (Platz 17 mit Nik Berger) bereits die zweiten für den Beach-Volleyballer sind - gemeint. Flo blickt erstmals Vaterfreuden entgegen. Seine Sandra wird ihm im Oktober einen Sohn schenken.
Erfolgsleiter. "Ein Bua wird's, das steht schon einmal fest", steht Gosch in Zukunft verstärkt unter Erfolgszwang. "Mein Junior will ja ordentlich versorgt sein, jetzt muss ich mehr Preisgeld verdienen. Am besten wird sein, mein Partner Alexander Horst und ich klettern gleich in Peking die Erfolgsleiter nach oben", schmunzelt Gosch, der während Olympia mit Sicherheit einen Grund zum Feiern hat: Am 16. August steht Flo's 28. Geburtstag an. Ein großes Fest musste der Wörschacher aber wegen Olympia verschieben. "Eigentlich hatten Sandra und ich unsere Hochzeit geplant, doch Peking hat Vorrang. Das Ja-Wort gibt's jetzt im Frühjahr 2009", verspricht Gosch seiner Verlobten.
Danke, Herr Professor! Die Volleyball-Karriere verdankt Gosch einem "lästigen" Lehrer am BG/BRG Stainach. Der hat den 1,96 m großen Modelathleten immer wieder am Gang aufgelauert. "Ich war voll und ganz darauf eingestellt, Tennis-Profi zu werden. Doch Prof. Willibald Damm hat mich immer wieder angesprochen, ich möge doch einmal zum Volleyball-Training kommen. "Das habe ich dann gemacht. Mit meinem ersten Turnier wurde ich steirischer Meister, mit meinem zweiten Antreten schaffte ich bereits den Sprung in die österreichische Nationalmannschaft", erinnert sich Gosch gerne zurück. Das Ausnahmetalent erinnert sich auch schon vor Olympia gerne an China.
Eine andere Welt. "Ich war vier Mal beim World-Tour-Turnier in Shanghai. Das ist eine andere Welt und als Europäer ist man ein gefragtes Fotomotiv - speziell dann, wenn man 1,96 Meter misst", ist Gosch in der "Sandkiste" vor allem für sein emotionelles Auftreten bekannt. "Emotionen steigern die Leistung, abseits des Centercourts bin ich aber eher ruhig", versichert die Nummer vier der Europa-Rangliste.
Von der Party-Stimmung, die Beach-Volleyball nunmal auszeichnet, bekommt Gosch "seit Jahren nichts mit". "Dafür bleibt keine Zeit, das Niveau im Beach-Volleyball ist explodiert. Ich trainiere rund fünf Stunden täglich", erzählt Gosch, der acht Monate im Jahr auf Tour ist. Und somit monatlich rund 200 Euro an Telefonkosten berappen darf. . .
Features
Zur Person
Florian Gosch
Geboren am: 16. 8. 1980 in Wörschach
Wohnort: Wien
Größe & Gewicht: 1,96 m/92 kg
Beruf: Beach-Volleyball-Profi und BWL-Student
Familienstand: Verlobt mit Sandra; im Oktober erwarten Flo und Sandra ihr erstes Kind
Hobbys: Reisen nach Brasilien und Lesen
Größte Erfolge: Platz 17 bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gemeinsam mit Nik Berger; Platz 1 World Tour Challenger 2006 in Cagliari; derzeit Nummer 4 von Europa







