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    Zuletzt aktualisiert: 17.02.2012 um 00:33 UhrKommentare

    Zwei Tote durch Lawinen in der Steiermark

    Zwei Tourengeher sind am Donnerstag in der Obersteiermark bei zwei Lawinenabgängen verschüttet und getötet worden. In beiden Fällen wurde es nach stundenlangen Suchaktionen in den Abendstunden zur traurigen Gewissheit.

    Aufgrund von Lawinenabgängen oder -gefahr waren in den Bezirken Liezen, Leoben und Bruck an der Mur einige Hauptverkehrsstraßen gesperrt

    Foto © Siegfried Gallhofer/Margot KorndonAufgrund von Lawinenabgängen oder -gefahr waren in den Bezirken Liezen, Leoben und Bruck an der Mur einige Hauptverkehrsstraßen gesperrt

    Neuschnee, Wind und Lawinen haben auch in der Obersteiermark seit Mittwochnachmittag für massive Verkehrsbehinderungen gesorgt. Mehrere Hauptstraßen waren gesperrt, einige Orte nicht erreichbar. Arg betroffen waren die ÖBB, die den Schienenverkehr im Ennstal und im Salzkammergut sowie den Postbus-Verkehr im Gesäuse vorübergehend einstellen mussten. Bei Mandling blieb ein Nahverkehrszug stecken. In Graz gab es erstmals in diesem Winter richtig Schnee, was sich u.a. in Verspätungen im öffentlichen Verkehr niederschlug.

    Aktuelle Lage

    Die Stadtgemeinde Eisenerz hat ein Krisentelefon unter der Nummer 0664/8218144 eingerichtet. Hier können sich Bürger über die aktuelle Wettersituation und über die Straßensperren informieren.

    In der Obersteiermark herrschte nach den starken Schneefällen und den Sturmböen Lawinenwarnstufe vier. Die Situation war angespannt. Laut Lawinenwarndienst konnten durch den Neuschneezuwachs spontane Lawinen jederzeit abgehen, welche auch Straßen erreichen könnten. Donnerstags wandten sich 13 örtliche Lawinenkommissionen an die Landeswarnzentrale und forderten Hubschrauber für Erkundungsflüge bzw. Lawinensprengungen an.

    Sucheinsätze am Mugl und Zirbitzkogel

    Zwei Tourengeher sind am Donnerstag in der Obersteiermark bei zwei Lawinenabgängen verschüttet und getötet worden. In beiden Fällen wurde es nach stundenlangen Suchaktionen in den Abendstunden zur traurigen Gewissheit: Die beiden Männer, 25 bzw. 56 Jahre alt, waren unter den Schneemassen ums Leben gekommen. Der 56-Jährige, ein erfahrener Alpinpolizist aus dem Bezirk Leoben, hatte sich mit seiner Frau auf einer privaten Skitour vom Rosenkogel auf die Mugel (1.630 Meter) befunden. Die beiden waren gegen 13.30 Uhr im Bereich Roßeck unterwegs, als sie vermutlich selbst ein Schneebrett auslösten. Während der Mann von den Schneemassen mitgerissen wurde, blieb die hinter ihm gehende Frau unverletzt. Sie setzte sofort via Handy einen Notruf ab und begann auf eigene Faust mit der Suche.

    Wegen orkanartiger Windböen konnte kein Hubschrauber eingesetzt werden. Rund 30 Helfer von Bergrettung und Alpinpolizei stiegen mit Suchhunden zu der auf 1400 m Seehöhe gelegenen Unfallstelle auf und suchten mit Sonden stundenlang nach dem Vermissten. Gegen 19.30 Uhr, knapp vor Abbruch der Suche, fanden sie dann den Toten.

    Schauplatz des zweiten Lawinenunglücks war der Zirbitzkogel (2.396 Meter) im Bezirk Murtal. Bei einer Übung der Alpinpolizei waren Teilnehmer gegen 14.30 Uhr auf Spuren gestoßen, die in einen Lawinenkegel hinein, aber nicht mehr heraus führten. Daraufhin wurde eine Suchaktion eingeleitet, an der rund 80 Kräfte der Bergrettung und der Alpinpolizei beteiligt waren. Gegen 18.00 Uhr stießen die Helfer schließlich auf den Verschütteten, einen 25-Jährigen aus Obdach, der nur noch tot geborgen werden konnte.

    Aufgrund von Lawinenabgängen oder -gefahr waren Donnerstagvormittag in den Bezirken Liezen, Leoben und Bruck an der Mur einige Hauptverkehrsstraßen gesperrt, die B146 Gesäusestraße bei Hieflau, die B138 Pyhrnpassstraße an der Grenze zu Oberösterreich. Die in den höher gelegenen Tälern gelegene Ortschaften Johnsbach, Radmer, St. Nikolai/S., Kleinsölk und die Planneralm waren am Nachmittag nicht erreichbar. Insgesamt waren 2.000 Bewohnern von der Außenwelt abgeschnitten, Eisenerz ist nur mit großen Umwegen erreichbar.

    Der Neuschnee und der Sturm bescherten auch der Region rund um Vordernberg, Eisenerz und Radmer eine kritische Situation. Der Präbichl zwischen Vordernberg und Eisenerz war für den Verkehr nach einem Lawinenabgang auf der Eisenerzer Seite zwischen der Aussichtswarte und der Gsollkehre gesperrt. Nach dem Abgang einer kleinen Lawine war die Landesstraße L127, die einzige Zufahrtsmöglichkeit nach Radmer, seit Mittwochabend um 19.30 Uhr gesperrt. Am Donnerstagabend kam die überraschende Entscheidung, dass auch die Sperre der Straße von Eisenerz auf den Präbichl ab 20 Uhr aufgehoben wird. Radmer war ab 19 Uhr wieder erreichbar.

    Auch in Eisenerz beriet sich die Lawinenkommission. Die Lawinenkommission Vordernberg habe in der Früh die Situation im Gemeindegebiet beurteilt, meint Walter Hubner, Bürgermeister von Vordernberg: "Festgestellt wurde dabei, dass eine akute Lawinengefahr derzeit nicht erkennbar sei", so Hubner. Die Präbichlstraße (B 115) blieb auf der Eisenerzer Seite gesperrt. 40 bis 50 Zentimeter Neuschnee hatte es am Donnerstag in Vordernberg gegeben: "Das Problem sind aber auch im Ortsgebiet die Verwehungen. Ich habe vor Kurzem einer betagten Bürgerin selbst den Hauseingang freigeschaufelt, damit sie hinausgehen kann. Bei den Fenstern der Gemeindestube sehe ich nicht mehr hinaus." Ernst Puchner von der Lawinenkommission meinte zur Situation am Präbichl: "Sie ist schon kritisch. Wir haben einige Sprengungen getätigt, und geschaut, wie viel Schnee herunterkommt. Ab etwa 20 Uhr war die Straße wieder frei befahrbar. Die Südrampe auf der Vordernberger Seite wurde am Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben, nachdem die Mitarbeiter der Straßenmeisterei die Schneeverwehungen beseitigt hatten.

    Verzögerungen in Graz

    Aufgrund der aktuellen Wetterlage (20 cm Neuschnee) kam es in Graz zu Verzögerungen beim den Öffis. Besonders Bus- und Straßenbahnlinien sind stark vom Individualverkehr abhängig und etwas langsamer als gewöhnlich unterwegs. Staus, witterungsbedingte Unfälle, hängengebliebene Autos sorgten teilweise für Verzögerungen und unregelmäßige Intervallen. Die Wirtschaftsbetriebe waren mit 231 Mitarbeitern und 87 Fahrzeugen seit Mitternacht im Räumdienst. Auf der A 2 im Packabschnitt und auf der A 9 im Bereich Kalsdorf blieben immer wieder Lkw hängen.

    Extreme Fahrverhältnisse im Ennstal

    Mehrere Lkw und Autos blieben bei den extrem rutschigen Fahrbahnverhältnissen hängen, mussten im Schneesturm bei null Sicht mitten auf der Bundesstraße stehen bleiben, oder wurden überhaupt von der Fahrbahn geblasen. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, Platz für die Abschleppdienste zu schaffen, die so gut es ging für Ordnung sorgten. Kurz nach Mittag ging am Mittwoch auf der Ennstalbundesstraße trotzdem nichts mehr, sie musste für den gesamten Verkehr gesperrt werden.

    Fotoserie: Schneechaos im Ennstal

    Bahnverkehr

    Verzögerungen und Sperren gab es auch im Bahn- und Busverkehr. Infolge akuter Lawinengefahr wurde die Salzkammergutbahn im Abschnitt Obertraun/Dachsteinhöhlen – Stainach/Irdning gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Die starken Schneefälle sorgten auch für Behinderungen auf der Schoberpass- und Ennstalstrecke. Die Ennstalbahnstrecke war im Abschnitt Schladming-Radstadt unterbrochen. Ein Nahverkehrszug blieb bei Mandling in Schneeverwehungen stecken und wurde händisch frei gelegt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Eine Hundertschaft von Räummannschaften unterstützte mit Schneepflügen und maschinellen Räumgeräten die Bevölkerung. Mit Verzögerungen im Minutenbereich ist zu rechnen. Auch die Postbusse waren betroffen: Die Linien Leoben-Eisenerz, Hieflau-Eisenerz, und Hieflau-Radmer konnten am Nachmittag wegen Straßensperren nicht verkehren.


    Foto

    Foto © APA/ÖBB

    Bild vergrößernBei Mandling blieb ein Zug steckenFoto © APA/ÖBB

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    Bild vergrößernAuch im Bahnverkehr kommt es zu Sperren und Verzögerungen Foto © Posch

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