Lawinen-Ablenkdamm in Gstatterboden wird gebaut
Lawinenablenkdamm in Gstatterboden wird gebaut, "sobald der Schnee" weg ist. Indessen haben sich bis Samstag weitere 40 Zentimeter Neuschnee angekündigt.

Foto © APAUm Lawinen auf einen Gegehang zu lenken, wird ein Damm errichtet
Trotz neuerlicher prognostizierter Schneefälle haben die Bewohner des obersteirischen Gstatterboden, die nach der Evakuierung am Mittwoch ihre Häuser wieder beziehen durften, einen Grund zur Freude: Der seit Jahren geplante Lawinenablenkdamm am Steilhang über dem Siedlungsgebiet wird gebaut, "sobald der Schnee" weg ist, versprach Landesrat Johann Seitinger (V) am Donnerstag in Graz. Auf den Straßen entspannte sich die Situation, doch laut Wetterprognose sollen bis Samstag wieder 40 Zentimeter Neuschnee fallen.
Projekt Ablenkdamm.
Mehrere Einfamilienhäuser und Gebäude der ÖBB befinden sich in dem Wenger Ortsteil Gstatterboden (Bezirk Liezen). Die Bewohner bangen jedes Jahr - 2005 ging bereits eine größere Lawine vom "Rohr" genannten Steilhang ab, verletzt wurde niemand. Seit damals wurde an dem Projekt Ablenkdamm gearbeitet. Der Plan liegt fertig in der Schublade: Eine Million Euro soll der zehn bis 17 Meter hohe und rund 100 Meter lange Damm kosten, erklärte Seitinger.
Kosten werden geteilt.
Zweck des frühestens bis 2011 fertiggestellten Damms im Nationalpark Gesäuse ist es, Lawinen auf einen Gegenhang zu lenken und dort "verpuffen" zu lassen, so Gerhard Baumann, Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Steiermark. Die Kosten teilen sich Bund (58 Prozent), Land (15 Prozent), Gemeinde (zwölf Prozent), Landesstraßenverbauung (neun Prozent), ÖBB (fünf Prozent) und der Grundeigentümer, die Bundesforste (ein Prozent). Das Vorhaben wurde in der rund 1.000 Projekte steiermarkweit umfassenden Prioritätenliste der Wildbachverbauung nach den vergangenen dramatischen Tagen vorgereiht, so Baumann. Ihm mache die Abfolge von extremen Naturereignissen "Sorge".
Menschen aus der Gefahrenzone bringen.
Der Bürgermeister der Gemeinde Weng, Gerald Lattacher, zeigte sich erleichtert über den bevorstehenden Baubeginn und beschrieb die Anspannung kurz vor und während der Evakuierung der 15 Häuser in Gstatterboden. "Das sind ja meine Leute, da kann man nichts riskieren," begründete das Gemeindeoberhaupt die Entscheidung, die Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen. "Häuser kann man richten, Menschenleben nicht", so Lattacher.
L127 freigegeben.
Verkehrstechnisch hat sich die Lage in der Steiermark am Donnerstag etwas entspannt: Die B115 Eisenstraße über den Präbichl sowie die L127 Radmerstraße wurden am Vormittag nach Lawinenabsprengungen für den Verkehr freigegeben, das tagelang abgeschnittene Radmer ist somit wieder erreichbar.
Voerst noch gesperrt.
Probleme gebe es laut der Landeswarnzentrale noch auf der B24 Hochschwabstraße, der L701 Koppental-Landesstraße und der L715 Hengstpass-Landesstraße. Sie bleiben vorerst noch wegen Lawinengefahr gesperrt. Das Fahrverbot am Hochschwab schneidet die Ortschaft Gschöder von der Außenwelt ab. Fünf Haushalte seien betroffen, doch sie seien versorgt, so Sprecher Josef Reinprecht zur APA.
Lawinenerkundung.
Für den Donnerstag war noch ein Hubschrauberflug des Innenministeriums in den Bereich Rax zur Lawinenerkundung geplant. Außerdem startete die Katastrophenschutzabteilung unter den Bezirken einen Rundruf, um den Einsatz-Bedarf für das bevorstehende Wochenende zu ermitteln. Evakuiert waren am Donnerstag nur noch zwei Häuser am Grundlsee, so die Landeswarnzentrale.









