Ärger um geschrumpftes Schutzgebiet
Verordnung des Landes könnte geplantem Gips-Abbau den Weg ebnen.

Foto © kkInsgesamt wurde das Areal vor den Toren des Nationalparks Gesäuse um fünf Prozent verkleinert
Es war eine Verordnung, die die Landesregierung im Dezember ohne großes Aufsehen erlassen hat. Um die Folgen des Beschlusses schwelt nun ein Streit. Die Regierung habe still und heimlich den Weg für das strittige Gips-Abbau-Projekt am obersteirischen Dörfelstein freigeräumt, kritisieren Naturschützer, Grüne und Anrainer.
Hintergrund des Unmuts: Im Dezember ließ Umweltlandesrat Manfred Wegscheider die Grenzen des obersteirischen Landschaftsschutzgebiets 16 neu ziehen. Insgesamt wurde das Areal vor den Toren des Nationalparks Gesäuse um fünf Prozent verkleinert - und schließt plötzlich das Gebiet des Dörfelsteins aus. Die Firma Knauf, die sich dort um den Gips-Abbau bemüht, könnte so einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) entgehen. Eine solche ist ab einer geplanten Betriebsgröße von zehn Hektar vorgeschrieben. Innerhalb des Schutzgebiets wären es fünf Hektar gewesen. "Das ist reine Anlassgesetzgebung", so der grüne Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner, der weitere ähnliche Fälle befürchtet.
Überarbeitung der Schutzgebiete. Die Revision des Gebiets habe nichts mit dem Gips-Abbau zu tun, versichert man im Büro von Umweltlandesrat Manfred Wegscheider. Sie sei im Zuge einer allgemeinen Überarbeitung der Schutzgebiete erfolgt und steigere in Wahrheit den Wert der Region.
Zufall? Schönleitner hält es dennoch für keinen Zufall, dass gerade das vom Abbau betroffene Areal aus dem Schutzgebiet ausgenommen wurde. "Wegscheider verstößt gegen die Alpenkonvention, nach der bestehende Schutzgebiete zu erhalten sind."








