In Weißenbach hat das Theater eine Bühne
Das Theaterfestival in Weißenbach bei Haus hat am Freitag den Vorhang hochgezogen. Bis 5. August sind zehn unterschiedliche Produktionen zu sehen.
Die Auseinandersetzung mit der Zeit steht im Mittelpunkt der heurigen Theatertage Weißenbach bei Haus, die sich zu einem Fixpunkt im Kulturkalender der Region etabliert haben. Sommertheater ohne Sommertheater-Nimbus, hochkarätige Produktionen, aber unter Einbeziehung der Region und ihres Potenzials. Die Eröffnungsvorstellung "Seidenstraße", ein Stück der Gruber-Bühne Ramsau unter Reinhold Brandstetter, war hoffnungslos ausverkauft. Heute wurde eine Ersatzvorstellung eingeschoben, Beginn ist um 20 Uhr im Gsöllhof auf dem Weißenbacher Dorfplatz (weitere Vorstellungen gibt es im August in Ramsau). Das Stück handelt von zwei Mitarbeitern der Planaibahnen, die sich nach der WM 2013 eine Auszeit nehmen und mit ihren Motorrädern die Seidenstraße bereisen. Erzählt wird aus der Sicht der daheim gebliebenen Frauen.
Entstanden ist die Idee aus dem Generalthema der Theatertage 2011 "Ein geschenktes Jahr", die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, zu erzählen, was sie mit geschenkter Zeit anzufangen wüsste. Peter Faßhuber, künstlerischer Leiter, hat die Gruber-Bühne dafür angeheuert. Die selbstständigen Reaktionen der Bewohner seien allerdings "nicht überbordend" gewesen, berichtet Faßhuber. "Aber es ist letztendlich nicht wichtig, ob zehn, zwanzig oder hundert Ideen kommen, es war ein Versuch, andere an den eigenen Träumen, Wünschen, Vorstellungen teilhaben zu lassen." Die eingelangten Texte und Ideen dazu werden in die Abschlussproduktion am 5. August eingearbeitet, wer will, kann immer noch mitträumen und per Mail an ullikoller@gmx.at oder fasshuber@theaterland.at schicken, in Weißenbach bei Haus gibt es auch einen eigenen Briefkasten zwecks Aufnahme aller Hoffnungen und Sehnsüchte. Zu sehen gibt es heuer zehn Theater- und Tanztheaterproduktionen, am Dienstag werden etwa die kleinen Besucher mit "Pu der Bär" (Teich an der Speckhütte) von der Hör- und Schaubühne Stuttgart bedient, einen Tag später präsentiert die selbe Gruppe "Der Gesang vom glücklichen Leben". Am Freitag, 29. Juli, gastiert Theo - Theater Oberzeiring mit "Bunbury. Ernst ist das Leben" von Oscar Wilde in einer Bearbeitung von Elfriede Jelinek.
Die Theatertage Weißenbach sind Teil von Theaterland Steiermark, unter dessen Dach mehrere Festivals in der Steiermark auf die Beine gestellt werden. Weißenbach gilt mittlerweile als Vorzeige-Theaterfest in den Regionen und ist durch engagierte Einheimische fest im Ort verankert. Seit dem Vorjahr gibt es mit dem Gsöllhof, einer variabel zu gestaltenden Wirtschaftshalle, eine neue Heimstätte, die laut Theatermachern sowohl bei den Künstlerinnen und Künstlern als auch beim Publikum großen Anklang findet.
Features
Alles Bühne
Das Festival ist eine Kooperation von Theaterland Steiermark, Theatertage Weißenbach, Dorfgemeinschaft Weißenbach und der Marktgemeinde Haus.
Das Motto heuer lautet "Geschenkte Zeit" (Anno Sabbatico), die Produktionen beschäftigen sich alle im weitesten Sinn mit diesem Thema.
Der Preis für die Tageskarte beträgt zwölf Euro (Kindertheater 5 Euro), es gibt Ermäßigungen für Sommercard-, ACard- oder LAUT!card-Inhaber und über das Kulturscheckheft auch für Vorteilsclubmitglieder der Kleinen Zeitung.
Alle Infos zum Programm und Reservierungen unter www.theaterland.at









