Trieben: "Eisern sparen und mehr Kontrolle"
Sonntag in einer Woche schreitet man in Trieben zu den Wahlurnen. Die Kleine Zeitung bat die Spitzenkandidaten der Parteien zur Diskussion.
Quelle © mutriebendigi0925.jpg | Foto: KK Große Schulden in Trieben: Wie geht es weiter?
Am 4. Oktober wählt Trieben einen neuen Gemeinderat. Um die Qual der Wahl zu erleichtern, lud die Kleine Zeitung die Spitzenkandidaten zur Diskussion. Rund 450 Personen verfolgten Donnerstag Abend gespannt die Podiums- und Publikumsrunden im Freizeitheim Trieben. In einem Punkt waren sich die Spitzenkandidaten einig: Es muss gespart werden. Immerhin steht die Stadt nach jahrelanger Misswirtschaft unter absoluter SPÖ-Mehrheit mit 28 Millionen Euro in der Kreide. Über das Wie gingen die Meinungen schon auseinander.
Dieter Harzl von der ÖVP: "Es muss ein eiserner Sparkurs gefahren werden. Da gehört auch dazu, dass wir die wenigen Wald- und Grundstücke, die die Gemeinde besitzt, veräußern." Einsparungen kann er sich auch beim Bauhof vorstellen, in anderen Gemeinden würden diese Arbeiten überhaupt vom Maschinenring erledigt. FPÖ-Mann Friedrich Lindbichler möchte auch auslagern. "Es muss nicht alles die Gemeinde machen, die Schneeräumung kann man etwa an Landwirte vergeben." Karl Zöch von der parteiunabhängige Liste Trieben (PULT) sieht beim Personal Einsparungspotenzial. In Trieben gibt es etwa 50 Vollzeit-Bedienstete. Ähnlich große Gemeinden kommen mit 30 Personen aus." Auf Zeit setzt SPÖ-Spitzenkandiat Helmut Schöttl. "Die Schulden sind nicht von einem Tag auf den anderen entstanden und müssen auch nicht von einem Tag auf den anderen zurückbezahlt werden. Wir sanieren kontinuierlich."
Dazu gehören die Gebühren, die in Trieben von Regierungskommissär Friedrich Zach, der die Gemeinde leitet, um bis zu 400 Prozent erhöht wurden. Der gewaltige Sprung enstand, weil früher gewisse Gebühren nicht oder nur minimal vorgeschrieben wurden. Eine weitere Erhöhung schlossen alle Parteien aus, ebenso wie zusätzliche Gebühren, etwa für das Parken. Die FPÖ erwägt sogar eine Senkung bei Wasser- und Kanalgebühren.
Die Triebener wollten auch wissen, ob es Konsequenzen für jene gibt, die das Finanzdebakel angerichtet haben. "Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, wenn es rechtlich möglich ist, werden wir Regressforderungen stellen", so Schöttl, der sich auch Parteiausschlüsse gewisser Personen vorstellen kann. "Da warten wir aber zuerst die Ermittlungen ab."
Die Prognosen für den nächsten Wahlsonntag: "Wir wollen auf jeden Fall die Zweidrittel-Mehrheit der SPÖ brechen", so Harzl, der mit einer Verdoppelung der VP-Mandatare rechnet. Lindbichler und Zöch hoffen auf den Einzug in den Gemeinderat. Schöttl rechnet mit Einbußen. "Aber ich bin zuversichtlich."









