Ein unbelasteter Genosse
SPÖ Trieben suchte nach Spitzenkandidaten, der mit Desaster nichts zu tun hat. Helmut Schöttl geht bei der Gemeinderatswahl ins Rennen.
Der erweiterte Parteiausschuss hat getagt und Helmut Schöttl (41) als Spitzenkandidat nominiert, das letzte Wort wird am 28. April in der Jahreshauptversammlung der SPÖ Trieben gesprochen. Schöttl, von Beruf Polizist, wurde bereits seit geraumer Zeit als aussichtsreicher Kandidat gehandelt und war bisher nicht in der ersten gemeindepolitischen Reihe tätig. Er gehörte zwar der Fraktion, nicht aber dem Gemeinderat an. Somit schicken die Sozialdemokraten einen von der Vergangenheit unbelasteten Genossen ins Rennen und gleichzeitig ins Feuer. Seine Motivation, sich trotz des Finanzdesasters an die Spitze zu stellen, begründet Schöttl: "Mir liegt Trieben wirklich am Herzen, auch wenn das angesichts der Situation vielleicht dumm klingt, aber es ist so. Daher möchte ich Verantwortung übernehmen."
Zukunft. Er glaube fest daran, dass Trieben eine Zukunft habe: "Diese Vision muss man haben, sonst darf man's gar nicht angehen." Die Fehler der Vergangenheit dürften nicht verharmlost werden, "dazu müssen wir stehen, auch dazu, dass die Fehler von Leuten aus den eigenen Reihen begangen wurden". Er und sein Team seien zur Aufarbeitung bereit.
Wahltermin im Herbst. Wann in Trieben gewählt wird, steht noch immer nicht fest, fix ist nur, dass die Triebener nicht zweimal den Weg zu den Urnen antreten müssen. Derzeit scheint ein Wahltermin im Herbst sehr wahrscheinlich. Auch die ÖVP bastelt bereits an einer Kandidatenliste, an der Spitze bleibt Dieter Harzl, der sich große Verdienste in der Aufdeckung des Skandals erworben hat.







