Trotz Lebensgefahr Mann aus Gas-Haus gerettet
Rumäne wollte durch Gas und Strick aus dem Leben scheiden. Techniker der Energie Steiermark und Polizei verhinderten Unglück.
Nachbarn hatten Gasgeruch wahrgenommen und sofort über die Gas-Notrufnummer 128 Alarm geschlagen. Das verhinderte am Donnerstagnachmittag in Au bei Gaishorn (Bezirk Liezen) eine Katastrophe. "Schon 500 Meter vom angegebenen Ort entfernt hat unserer Messgerät angeschlagen", berichtet Gottfried Rieser, Techniker der Energie Steiermark. Sofort wurden alle nötigen Maßnahmen zu einer Evakuierung der Umgebung eingeleitet - die Feuerwehr mit schwerem Atemschutz herbeigerufen, Straßen abgesperrt.
Messgerät. Beim angegebenen Ort, dem ehemaligen Feuerwehrhaus von Au, schlug das Messgerät voll aus. "Da war eine Bombenladung drinnen, 15 Prozent des Hauses waren voll Gas", so Rieser. Es bestand höchste Explosionsgefahr. Gemeinsam mit einer Streife der Polizei Trieben gingen die Techniker - Gottfried Rieser und Jürgen Huber aus Trieben, Josef Leitner aus Liezen und Christian Baumann aus Trofaiach - rund ums Haus. Auf ihr "Pumpern" hatte niemand geantwortet, doch als sie bei einer Maueröffnung den darin steckenden Fetzen herauszogen, wurde er von innen wieder hineingeschoben. "Da haben wir gewusst, das ist kein normaler Gasalarm."
Ziegelstein. Mit einem Ziegelstein schlug Polizist Helmut Schöttel sofort das nächstgelegene Fenster, jenes zum Keller, ein. Dabei machten die Männer eine schreckliche Entdeckung: In dem Raum hing ein Mann an einem Strick von der Decke. Der Hausbewohner, ein 36-jähriger Rumäne, wollte nach einem familiären Streit aus dem Leben scheiden. Er hatte dazu den Haupthahn der Gasleitung geöffnet, brennende Kerzen aufgestellt und sich aufgehängt.
Techniker. Die Techniker sprangen sofort in den Keller hinunter, hoben den am Strick Hängenden hoch, dann schnitt Helmut Schöttel den sich heftig wehrenden Mann herunter. Es war Rettung in letzter Sekunde. Der 36-Jährige wurde in die Sigmund-Freud-Klinik gebracht, seine Frau und die beiden kleinen Kinder, die zum Glück nicht im Haus waren, werden seither im Pfarrhof betreut. Beim Sprung durch das Fenster verletzte sich Jürgen Huber übrigens so schwer am Knie, dass er operiert werden muss. Der geplante Urlaub fällt damit ins Wasser. "Aber ich würde es sofort wieder tun", ist er überzeugt.








