Tauplitz sagt zu 93,5 Prozent Nein
In Tauplitz wurden die Bürger nun zur Urne gebeten: Eigenständig bleiben oder doch fusionieren, lautete die Frage. Rund die Hälfte der Wahlberechtigten stimmten ab - das Ergebnis war ein klares Nein zur Fusion.

Foto © HuemerTauplitz hat als erster Ort im Bezirk eine konkrete Bürgerbefragung zur Gemeindezusammenlegung gestartet
Gemeinderatsbeschlüsse für oder gegen eine Fusion wurden in den vergangenen Wochen je nach Stimmungs- und Interessenslage viele gefasst. Eine Befragung, was denn die Bevölkerung tatsächlich will, gab es zu diesem Thema im Bezirk bisher nur in Tauplitz. Und das Ergebnis ist eindeutig ausgefallen: 93,5 Prozent sagen Nein zur Fusion mit einer anderen Gemeinde. "Wir haben nicht gefragt, mit welcher, sondern nur, ob wir als Tauplitzer eigenständig bleiben sollen oder nicht", erklärt Bürgermeister Peter Schweiger. Er hat die Befragung ähnlich wie bei einer Volksabstimmung organisiert. "Alle wahlberechtigten Gemeindebewohner haben eine Einladung erhalten."
Um Missbrauch vorzubeugen, hat man wie bei Wahlen ein eigenes Abstimmungsverzeichnis geführt. Von 851 Berechtigten nahmen 412 teil. "Lediglich 6,5 Prozent haben für eine Fusionierung gestimmt, zwei ungültige Stimmen waren auch dabei", so Schweiger. Viel Interpretationsspielraum lasse das Ergebnis nicht zu. "Wir haben diese Zahlen nun als Stellungnahme dem Land übermittelt und gleich hinzugefügt, dass wir mit keiner Gemeinde mehr Gespräche führen wollen. Das Volk hat eindeutig entschieden." Jetzt warte man die Antwort ab. "Falls uns das Land zu einer Fusion, zum Beispiel mit Bad Mitterndorf zwingt, starten wir die nächste Befragung, was die Bevölkerung davon hält."
Beispielgebend
Für andere Gemeinden könnte die Tauplitzer Befragung beispielgebend sein. In der Gemeinde Pichl-Preunegg etwa, das mit Schladming zusammengelegt werden soll (siehe rechts). Oder auch in Pichl-Kainisch, das das Land ebenso wie Tauplitz mit Bad Mitterndorf fusionieren möchte, erwägt man eine Befragung. "Vorerst haben wir jedoch als Stellungnahme ans Land geschrieben, dass wir nur fusionieren wollen, wenn alle sechs Gemeinden im Steirischen Salzkammergut zusammengelegt werden", erklärt ÖVP-Gemeindekassier Josef Kamp. "Das war ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss."








