Ein Buch als Kompass für das Ausseerland
Wie aktuell "Schnee von gestern" sein kann, zeigt Peter Musek mit seinem neuen Buch. Der langjährige Alpenpost-Chefredakteur porträtiert darin gekonnt seine Heimat.

Foto © HuemerPeter Musek hat ein mildes, humoristisches, aber sehr treffendes Buch über seine Heimat verfasst
Das Ausseerland - eine eigene Republik", sagen manche, die diese Region kennen. Wenn man so will, war Peter Musek über drei Jahrzehnte der Chronist in diesem Beziehungssystem aus Tradition, landschaftlicher Schönheit und originellen Einwohnern. Als Chefredakteur der Alpenpost dokumentierte er 32 Jahre lang die schönen und auch Schlag-Seiten des Steirischen Salzkammergutes. "Immer wieder wurde ich gefragt, ob ich nicht ein Buch schreibe", erklärt der Journalist im Ruhestand. Dazu meint er augenzwinkernd: "In letzter Zeit hielten sich die heimischen Starschreiber in der Tat etwas zurück: Barbara Frischmuth muss von April bis September permanent garteln, Klaus Maria Brandauer hat sich von der Nichtberücksichtigung bei längst vergangenen Pfarrgemeinderatswahlen noch nicht gänzlich erholt, und Lutz Maurer feilt immer noch an der Ausarbeitung eines wohlfeilen Dankschreibens an die Landesausstellungs-GmbH. Alfred Komarek hat sich in die Villen der Frau Hürsch verirrt und Christa Reiter bastelt an weiteren pointierten Pro-LKH-Leserbriefen." Also griff Musek zur Feder und hat ein Buch verfasst. Auf milde, humorvolle Art charakterisiert er Personen und Gewohnheiten aus seiner Heimat, die er wie kein Zweiter kennt.
Beziehungsgeflecht
Der ",Zwanzger' - Grenze zwischen Genie und Wahnsinn", heißt ein Kapitel, in dem er die Hass-Liebe der Ausseer und Mitterndorfer aufgreift. Ganz unverblümt stellt er fest, dass man im Ausseerland seit der Landesausstellung 2005 nicht mehr mit Arroganz, sondern Ehrfurcht nach Hinterberg blickt. Dort wurde nämlich mit Therme und Liftprojekten auf der Tauplitz sowie den Schiflug-Veranstaltungen am Kulm viel bewegt. Wer sich noch tiefer in das Beziehungsgeflecht der Region vergraben möchte, bekommt im Buch natürlich auch die feinen Unterschiede zwischen Ausseern, Grundlseern und Altausseern erklärt.
Auch bis Graz bekannte Eigenheiten kommen zur Sprache: Etwa der Kampf ums LKH. "Die Ausseer sind sich nicht immer einig, aber beim Vollerhalt des Spitals halten sie wie Pech und Schwefel zusammen."
Im Buch finden sich auch viele Beschreibungen und Gedichte über das oft naturverbundene Alltagsleben der Ausseer mit ihren Bergen und der Tracht samt einem Ausseerisch-Wörterbuch. Musek erklärt die wahren Hintergründe vieler Klischees und damit ist klar, dass der Wilderei, dem Fasching, Narzissenfest und Kiritog sowie der Lederhose eigene Kapitel gewidmet sind.
Manch aktuelle Diskussionen hat er in seinem Buch schon vorweggenommen. Etwa jene um das BA-Kennzeichen: "Die Leute werden dann mit LI - BA 1 fahren", prophezeit er.
Features
Fakten
Das Buch ist im Alpenpost-Verlag erschienen und dort (www.alpenpost.at) sowie in den Buchhandlungen des Ausseerlandes erhältlich, Preis: 14,50 Euro.
Illustriert wurde das Werk mit Bildern und verschiedenen alten Ansichten des Fotografen Albert Rastl.
Lesung: Der Autor präsentiert sein Buch am 25. Juli beim Gasthof Veit in Gössl am Grundlsee, Beginn 20 Uhr.









