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Zuletzt aktualisiert: 06.08.2008 um 05:47 UhrKommentare

ÖVP kaut an Zuckerl für Mandatare

ÖVP-Funktionären wurden Billig-Karten für das Staatsopernballett in Altaussee angeboten. Aber: Die Partei war ahnungslos, Veranstalterin agierte im Alleingang.

Der Tauplitzer FPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Berger traute seinen Augen kaum, als er seine Post durchsah. Persönlich an ihn adressiert wurde ihm als "exklusive Kooperation für ÖVP Bürgermeister und Mandatare" eine 20-prozentige Ermäßigung auf Karten für das Gastspiel des Wiener Staatsopernballetts in Altaussee offeriert. Im Kleingedruckten wurde die noble Geste mit der Förderung der Veranstaltung des Volkskulturressorts von Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer begründet. Auf den ersten Blick keimte der Verdacht, Schützenhöfer verteile auf Kosten öffentlicher Fördergelder Benefiz an schwarze Parteifreunde. Damit konfrontiert, fiel Ronald Rödl, Sprecher Schützenhöfers, nahezu der Telefonhörer aus der Hand. "Das ist nicht von uns, davon höre ich jetzt zum ersten Mal und das ist keinesfalls in unserem Sinn."

Alleingang der Veranstalterin. Einige Rechercheanrufe später war die Sachlage klar: Die Aktion war ein Alleingang der Veranstalterin. "Das war als verkaufsfördernde Maßnahme gedacht. Jetzt im Nachhinein muss ich zugeben, das war vielleicht dumm und das Schreiben auch ein bisserl falsch ausgedrückt", übt sich Marianne Goertz, Obfrau des Fremdenverkehrsvereins Altaussee und selbst ÖVP-Gemeinderätin, in Selbstkritik. Nachsatz: "Mit der Partei war das nicht abgesprochen. Wir haben diese Verbilligung aber auch anderen Vereinen angeboten" Das Büro Schützenhöfer reagierte umgehend und forderte Goertz bereits schriftlich auf, diese Aktion sofort zu stoppen, anderenfalls sehe man sich gezwungen, die in Aussicht genommene Förderung für dieses Jahr zu streichen. "Die von Ihnen gewählte Vorgangsweise müssen wir auf das Schärfste zurückweisen und wir distanzieren uns ausdrücklich davon", heißt es in dem Schreiben an Goertz.

Harsche Kritik. Die Veranstalterin hat auf die harsche Kritik umgehend reagiert: Die Aktion wurde sofort widerrufen und ist bereits Geschichte.

UTE GROSS

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