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    Zuletzt aktualisiert: 20.03.2008 um 21:31 Uhr

    Bauern sind sauer: Dienstag ist Demo-Tag

    Dienstag nach Ostern demonstrieren Bauern ihre Solidarität: Angekündigt ist eine dreistündige Protestversammlung bei der Landgenossenschaft in Stainach. Grund: Ausschluss eines Mitgliedes.

    Foto © APA

    Wenn sich die erste Denkvariante der wehrhaften Bauern durchgesetzt hätte, ginge auf der Ennstalbundesstraße gar nichts mehr, denn diese sollte blockiert werden. Davon wurde aber laut einem Sprecher der IG-Milch Abstand genommen, Begründung: "Die Karwoche eignet sich nicht für Demos."

    Dreistündige Kundgebung. Protestiert wird gegen den Ausschluss von Michael Steiner aus der Genossenschaft am kommenden Dienstag. Bei der Bezirkshauptmannschaft Liezen wurde die Versammlung bereits ordnungsgemäß angemeldet. Angekündigt ist eine dreistündige Kundgebung von 11 bis 14 Uhr vor dem Sitz der Landgenossenschaft in Stainach, geplant sind ein "friedlicher Aufmarsch mit etwa 150 bis 500 Teilnehmern, das Austeilen von Flugzetteln und Ansprachen mit Lautsprechern." Mit dabei: Traktoren, Transparente und Kühe.

    Scharfe Kritik. In einem offenen Brief kritisiert Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch, das Vorgehen der Landgenossenschaft scharf: "Wir werden den Ausschluss von Michael Steiner, der sich viele Verdienste für die Verbesserung des Erzeugermilchpreises erworben hat, auf keinen Fall akzeptieren. Viel mehr schlagen wir nach den jüngsten Vorgängen eine Neubesetzung der Geschäftsführung vor", heißt es in dem Schreiben.

    Unter Druck gesetzt. Steiner werde massiv wirtschaftlich unter Druck gesetzt, argumentiert Grünzweil: "Die Erhöhung der Schüttgebühr von 0,7 auf drei Cent pro Liter Milch ist als klarer Angriff auf die wirtschaftliche Situation des Betriebes der Familie Steiner zu werten." Die besagte Schüttgebühr müssen jene Bauern zahlen, die zwar an die LG liefern, aber nicht Mitglied sind. Die Erhöhung wurde unmittelbar vor Steiners Rauswurf beschlossen.

    Juristische Schritte angedroht. Für den Fall, dass die Landgenossenschaft ihre Entscheidung nicht revidiere, werden von der IG-Milch "juristische Schritte und öffentliche Aktionen" angekündigt. Steiner, selbst Funktionär der IG Milch, hat die Genossenschaft immer wieder auch öffentlich hart kritisiert. Die Genossenschaft reagierte mit dem Ausschluss.


    Fakten

    Die MilchFairEinigung hielt im vergangenen Dezember ihre Gründungsversammlung. Ziel: die Bündelung des Angebotes zur Absicherung eines kostendeckenden Milchpreises.A faire Milch stammt zu 100 Prozent aus Österreich und bringt dem Bauern zehn Cent mehr pro verkauftem Liter.

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