15 eifrige Teams ritterten um die "beste Juniorfirma"
500 junge Steirer wagen mit einer Juniorfirma das Abenteuer Selbstständigkeit.
Ein Punktesieg für die Ehrlichkeit: "Unsere Motivation war höher als unser Geschick." Darum haben Julia Santner und ihre Vorstandskollegen die Produktion ihrer Hauben & Co. dorthin ausgelagert, wo die Menschen die Technik beherrschen und noch dazu Freude damit haben: in Altersheime. "Heute können wir ein Produkt verkaufen, das nagelneu ist, aber trotzdem eine 70-jährige Geschichte erzählen kann."
Sprüche wie diese zergehen wohl jedem Marketingprofi auf der Zunge. Bloß: Sprüche wie diese wurden diese Woche in Graz wie im Akkord von erst 16-jährigen Firmenkapitänen und Finanzchefs vom Stapel gelassen. 500 steirische Schüler zwischen 15 und 19 haben seit Herbst 2011 ihr Klassenzimmer für unzählige Stunden gegen eine beinharte Unternehmer-Schule getauscht, eine Juniorfirma gegründet und Ideen zum Fliegen gebracht.
15 eifrige Teams ritterten diese Woche in Graz um den Titel "beste Juniorfirma." Das Spektrum der Geschäftsfelder reichte dabei von nachhaltigen Uhren aus Holz bis zum schier alles könnenden Bürostiftehalter mit integriertem Universal-Handyladegerät.
Den Sieg holten sich Schüler des BG/BRG Stainach: Die Firma "Rolling Reel" sagt dem Kabelsalat in der Hosentasche den Kampf an und entwickelte eine automatische Einzugsspule für Kopfhörer (siehe rechts). Intensive Kontakte zur "echten" Wirtschaftswelt inklusive: Die Spulen lassen sie von der Maschinenfabrik Liezen produzieren.
Dass aus einer Junior- auch eine tatsächliche Firma werden kann, beweist gerade Gerald Baumann vom Vorjahressiegerteam BioBookCover: Er macht sich nach der Matura im Sommer mit biologisch abbaubaren Bücherhüllen selbstständig. ULRICH DUNST







