Irdning war für Apotheker immer ein heißes Pflaster
Derzeit versucht man in Irdning die Hausapotheken der praktischen Ärzte zu erhalten. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Der Ort hätte einst seine eigene Apotheke haben können.
Im Umkreis von sechs Kilometern zu öffentlichen Apotheken dürfen praktische Ärzte keine Hausapotheken mehr führen. Eine dieser Reibungsflächen befindet sich genau in Irdning: Dort gehen angestammte Hausärzte, die ihre Praxen im Zentrum hatten, in Pension. Die Stainacher Apotheke ist zu nahe, dass ihre Nachfolger die Hausapotheke weiterführen. Einer von ihnen hat das Problem nun auf diese Weise gelöst, indem er in die Peripherie baut. Dass die zweite Praxis, die derzeit noch von Bernd Griesmaier geführt wird, mit einem Nachfolger ebenfalls aus dem Zentrum verlegt wird, will man in Irdning verhindern (wir berichteten).
Von der Apothekerkammer kommt nun Kritik an der Vorgangsweise. Und zwar eine ganz grundsätzliche: "Arzt und Apotheker sind zwei verschiedene Berufe, die Hausapotheke kann immer nur eine Surrogatfunktion zu einer öffentlichen haben", erklärt Gerhard Kobinger, Präsident der Apothekerkammer in der Steiermark. Auch Berufskollegen verwehren sich dagegen, dass ein Arzt mit dem Beruf des Apothekers sein Geld verdient. "Wenn er gut ist, muss sich das auch so ausgehen." Und unisono heißt es bei den Apotheken: Im Notfall habe man noch immer eine Lösung gefunden, auch für die Zustellung der Medikamente bei älteren, gebrechlichen, nicht mobilen Menschen.
Ein Blick in die Geschichte zeigt übrigens, dass Irdning schon immer ein heißes Pflaster war, wenn es um Apotheken ging. Peter Pelant, heute Apotheker in Bad Mitterndorf, hatte einst um eine Apotheke in Irdning angesucht. In zweiter Instanz bekam er vom Gesundheitsministerium sogar die Konzession zugesprochen, obwohl diese Entscheidung bei den Ärzten mit Hausapotheke in Irdning auf wenig Gegenliebe stieß. Aus persönlichen Gründen hat er sich dann aber für Bad Mitterndorf entschieden.








