Hoffen auf Politik
Viel haben die Soldaten in Aigen nicht falsch gemacht: Ihre Kompetenz wird in Pilotenkreisen hoch geschätzt, viele ausländische Profis kommen ins Ennstal, wenn sie in der Hochgebirgsfliegerei etwas dazulernen wollen. Auch im Zivil- und Katastrophenschutz gibt's für die Aigner höchstes Lob. Die Alouette sei das Rückgrat, wenn es um Lawinen-, Hochwasser- oder Sucheinsätze geht. Mehrere Maschinen dieses Typs sind zusätzlich ständig im Auslandseinsatz.
Trotzdem ist der Hubschrauber der militärischen Führung ein Dorn im Auge. Andere Typen haben einfach bessere Lobbys, die, auch geografisch, näher bei Wien sind: Also werden jetzt die Flugstunden für Aigen gekürzt, dann müssen immer mehr Maschinen am Boden bleiben. Am Ende des Ausdünnungsprozesses steht die Schließung des Standortes. Aushungern lautet das Motto der Militärs für Aigen.
Die einzigen Kräfte, die das ändern können, sitzen in der Politik. Es tut zwar weh, wenn man seine Hoffnung so in gar keiner Weise auf die eigene Leistung begründen kann, sondern ausschließlich von der Gunst der Politik abhängig ist. Im Fall der Aigner ist es aber die einzige Chance, zu überleben.
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