Mit viel Licht und Geläut in die letzte Raunacht
Morgen ziehen die Glöckler mit ihren kunstvollen Kappen durch den Bezirk. Der größte Umzug findet mit 220 Teilnehmern in Stainach statt.

Foto © PrivatIn Rottenmann sind die Glöckler seit 23 Jahren unterwegs
Morgen ist es wieder so weit: Mit der Dämmerung machen sich hunderte Lichtgestalten auf, um in der letzten von zwölf Raunächten Dämonen und böse Geister zu verjagen. So wird zumindest der mythische Brauch gedeutet, der es in seiner ursprünglichen Form mit dem Glöcklerlauf aus Ebensee sogar in die UNESCO-Liste "Immaterielles Kulturerbe Österreichs" geschafft hat. Aus Ebensee hat den Brauch in den 1930er Jahren auch Franz Zehentleitner nach Stainach gebracht.
Seither gilt der Ort im Ennstal als Glöcklerzentrum, an den Umzügen nehmen bis zu 220 Personen teil. Anders als im Ursprungsort sind dort Frauen allerdings herzlich willkommen. Erst im Vorjahr gab es in Ebensee große Aufregung, weil auch eine Frauenpass bei dem männerdominierten Brauch mitmachte.
Eigene Frauenpass
"Wir haben schon lange Damen in unseren Reihen", erklärt Walter Zwanzleitner von den Stainacher Glöcklern. Diesmal haben sie sogar eine eigene Pass, die auf ihren Kappen den landwirtschaftlichen Jahresrhythmus darstellt. Auch die anderen Lichtkappen der Glöckler decken jeweils Themenbereiche wie etwa das große und kleine Kirchenjahr oder die Tierkreiszeichen ab. Beliebtes Motiv ist auch der Grimming. In Rottenmann werden auch Symbole wie die Burg Strechau dargestellt.
Typisch ist für die weiß gewandeten Träger mit ihren bis zu 20 Kilogramm schweren Kappen ist das Glockengeläut. Höhepunkt beim Stainacher Umzug ist etwa das gemeinsame Einlaufen am Hauptplatz, wo der Glöcklerspruch von Paula Grogger stimmungsvoll vorgetragen wird.








