"Ich bin einfach nur entsetzt und wütend"
Die Bürgermeisterin von Pürgg-Trautenfels, Barbara Wolfgang-Krenn, möchte weiter für den großen Kreisverkehr kämpfen. "Selbst, wenn er vor der WM nicht mehr fertig werden sollte."

Foto © VPBarbara Wolfgang-Krenn ist überzeugt, dass sie die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat
Das Thema Verkehr lässt die Emotionen dort wie da hochgehen. Bürgermeisterin Barbara Wolfgang-Krenn ist noch immer stocksauer über die Verhandlung vergangenen Mittwoch bezüglich des Kreisverkehrs. "Ich bin einfach nur entsetzt und wütend über das, was da vorgefallen ist. Anrainer sind selbst gar nicht anwesend, vergeben fünf Vollmachten an irgendwelche Herrschaften aus dem Salzkammergut und Niederösterreich und die sollen plötzlich die großen Experten für eine Lösung bei uns in Trautenfels sein?"
Die große Mehrheit der Bevölkerung samt Gemeinderat sei für einen Kreisverkehr mit Unterflurverlegung. "Dafür sind alle Beschlüsse gefallen, ich weiß nicht, wie oft ich in Graz war, um dieses Projekt abzustimmen und vorzubereiten." Die anderen Lösungen - der zweispurige, niveaugleiche Kreisverkehr bzw. der Ausbau auf vier Spuren im Kreuzungsbereich mit Ampelregelung - würden viele Nachteile mit sich bringen.
Kein Platz für Fußgänger
"Beim Kreisverkehr frage ich mich, was mit den Fußgängern und Radfahrern passiert. Die kann man dann nicht mehr über die Straße schicken oder wenn, dann nur mit einer Ampelregelung. Als Alternative bleibt nur eine 80 Meter lange Unterführung." Auch die vierspurige Variante hätte laut Wolfgang-Krenn ihre Tücken: Bei der Wanne West in Stainach etwa muss der Verkehr von zwei wieder auf eine Spur zusammengeführt werden. Das geht nicht ohne Ampel, sodass man letztlich eine zusätzliche Anlage bekomme. "Bei der Lösung mit der Unterflurverlegung haben wir hingegen die geringsten Lärm- und Schadstoffemissionen, weil der Verkehr erstens unten durch fährt und zweitens nicht stehen bleiben und neu anfahren muss."
Obwohl Verkehrs-Landesrat Gerhard Kurzmann bereits verlautbaren ließ, dass diese Variante aufgrund der Zeitknappheit bis zur WM nicht mehr verfolgt werde, und er bis Donnerstag eine Alternative präsentiert, will Wolfgang-Krenn weiter kämpfen.
"Ich habe mir bereits einen Termin beim Landesrat geben lassen. Selbst wenn diese Lösung nicht bis zur WM fertig wird, soll sie umgesetzt werden. Das ist etwas Nachhaltiges für die Flüssigkeit des Verkehrs im Ennstal und keine punktuelle Investition für eine Großveranstaltung."







