Mariazell und Bad Aussee sind Schneespitzenreiter
Der Dauerschneefall sorgte am Mittwoch bis zu 80 Zentimeter Neuschnee in Teilen der Obersteiermark. Bad Aussee und Mariazell sind österreichweit Schnee-Spitzenreiter.

Foto © Christian Huemer80 Zentimeter Neuschnee fielen am Mittwoch in Bad Aussee
Ohne Pause fiel die weiße Pracht vom Himmel - Spitzenreiter im Bezug auf die Gesamtschneehöhe sind aktuell Mariazell mit 83 cm und Bad Aussee mit 80 cm. Was für viele in erster Linie mit Schnee schaufeln - sogar auf den Dächern - verbunden war, sorgt auf den Bergen für lebensbedrohliche Zustände. Die Lawinengefahr wurde am Mittwoch auf Stufe 4 der fünfteiligen Skala erhöht. "Es war vorher kalt, der Untergrund ist ganz schlecht. Es herrscht wirklich extreme Gefahr", erklärt Andreas Staudacher, Ausbildungs-Chef der Steirischen Bergrettung. "Die Leute kennen keine Grenzen, man kann sich gar nicht vorstellen, wo manche herunterfahren."
Ohne Limit und vor allem Ketten waren am Mittwoch auch viele Lkw-Fahrer unterwegs. Auf steileren Abschnitten, etwa der Klachau oder dem Pötschenpass, herrschte für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Kettenpflicht. "Das nehmen leider viele nicht ernst und fahren einfach so lange, bis es nicht mehr geht", plaudert Rudolf Gierlinger von der Straßenmeisterei in Bad Aussee aus der Praxis.
Ruderleiberl & Schlapfen
Früher seien die Fahrer wesentlich umsichtiger gewesen. "Die haben mitgedacht und rechtzeitig von selbst Ketten aufgelegt. Die Fahrer heute kommen oft aus Ländern, wo man wenig Erfahrung mit winterlichen Fahrbedingungen hat. Erst wenn der Lkw hängt oder quer steht, steigt ein Fahrer in Ruderleiberl und Schlapfen aus und schaut einmal, was los ist", so Gierlinger. Nur mit einer Menge Salz sind die Brummis dann in der Regel wieder flott zu kriegen.
Bei den Einsatzkräften sorgte der heftige Schneeeinbruch am Mittwoch für die üblichen Probleme. "Wir haben mehrere kleine Unfälle, aber zum Glück keine groben Ausreißer", heißt es bei der Exekutive. So erfasste in Liezen ein Pkw-Fahrer bei einem Ausweich-Manöver einen 58-jährigen Mann, der gerade beim Schneeschaufeln war und touchierte danach ein geparktes Auto. Der Mann erlitt zum Glück nur leichte Verletzungen. In Stainach musste die Feuerwehr zwei Personen aus einem Auto schneiden, die beiden kamen ebenfalls mit leichten Verletzungen davon. Auch in Donnersbach mussten die Floranis zu einer Fahrzeugbergung ausrücken.
Am Donnerstag soll das Wetter übrigens wesentlich besser werden, verspricht man bei der Wetterwarte in Aigen. Auch die Temperaturen steigen mit dem Föhn an.
Am Sonntag klingt der Schneefall ab und in Folge setzt sich schwaches Hochdruckwetter durch mit Nebel in den Niederungen und Sonnenschein auf den Bergen. Die Temperaturen liegen ganz der Jahreszeit entsprechend bei Werten knapp oberhalb der Null Grad Marke.
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Fakten
Spitzenreiter im Bezug auf die Gesamtschneehöhe waren Mariazell mit 83 cm und Bad Aussee mit 80 cm








