Skirennen sollen wieder sicherer werden
Das Finale in Schladming ist auch das letzte alpine Weltcup-Wochenende mit altem Reglement. Ab der kommenden Saison müssen neue und nach Hoffnung der FIS auch weitaus sicherere Ski zum Einsatz kommen.

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Das Finale 2012 in Schladming ist auch das letzte alpine Weltcup-Wochenende mit altem Ski-Reglement. Ab der kommenden Saison müssen neue und nach Hoffnung des Internationalen Skiverbandes (FIS) auch weitaus sicherere Ski zum Einsatz kommen. Die neuen Rennski sind länger, schmäler und weniger tailliert, das soll bald auch schon für die Slalomcarver gelten.
Denn zunächst gilt die Reform nur für den Speed- und Riesentorlauf-Bereich. Anlass für das von Expertisen begleitete Umdenken waren die vielen schweren - sturzlosen - Knieverletzungen als Folge der wegen starker Taillierung enormen Kurvenkräfte. Begleitet war die Erneuerung von anfänglichen Kommunikationspannen der FIS und sofortiger Kritik von Läufern und Skifirmen.
Vor allem die Änderungen im Riesentorlauf-Bereich hatten für einen wahren Aufschrei gesorgt. Erst als man Athleten und Firmen intensiver einband und u.a. die Radiusverlängerung zurücknahm, besserte sich die Situation. Experten hatten einen skitechnischen Rückfall um Jahrzehnte befürchtet. Heute weiß man, dass die neuen Skier schon wieder schneller sind als die aktuellen Extrem-Carver. Selbst in offiziellen Abfahrtstrainings wurden mit den neuen Latten bereits Bestzeiten erzielt.
Das gibt mittlerweile selbst Riesentorlauf-Weltmeister Ted Ligety und damit der heftigste Kritiker am neuen Reglement zu. Der US-Amerikaner hatte um seine jahrelange Überlegenheit gefürchtet, nachdem keiner den RTL-Supercarver so beherrscht hatte wie er. Erst kürzlich in Kranjska Gora brachte Ligety die "Riesen-Raketen" nochmals so richtig zum Leuchten, Seine Vorstellung beim Sieg mit 1,61 Sekunden Vorsprung wurde in der Szene als der vielleicht beste Riesentorlauf aller Zeiten bewertet.
"Alles Ablenkung"
Mittlerweile weiß man auch, dass nicht die Ski alleine ein Sicherheitsproblem darstellen sondern auch Pistenpräparierung und Kurssetzung. Ligetys (österreichischer) Rennleiter Rainer Salzgeber ist nach wie vor überzeugt, dass man mit der Reglementänderung eher von anderen Verletzungsursachen ablenken wollte. Erst kürzlich habe sich ein Testfahrer mit neuen Skiern ebenfalls das Kreuzband gerissen, sagte Salzgeber.
Auch beim Branchen-Dominator Head ist man natürlich um Sicherheit bemüht. "Aber bei einem Sport in Verbindung mit Geschwindigkeit wird es immer Unfälle geben", erklärte Salzgeber. Was ihn am meisten stört: "Wir können jetzt insgesamt an die 2.000 Paar Rennski wegschmeißen." Und das vermeintlich "gefährliche" Material in der Übergangszeit an den Nachwuchs weiterzugeben, sei auch keine gute Lösung.
Auch Fischer-Rennleiter Sigi Voglreiter gehört(e) zu den Kritikern. "Mit der Radius-Rücknahme wurde wieder viel gutgemacht und die Technik entwickelt sich einfach weiter, egal ob in der Formel 1 oder im Skisport", meinte der Salzburger heute. Seine Sorge gilt ebenfalls dem Nachwuchs. "Im Weltklassebereich machen die Läufer die Änderung mit Kraft und Technik gut, Probleme bekommen werden übernächste Saison die Nachwuchsläufer."
Tests bis Mai
Jedenfalls bedeutet die Ski-Reform, dass der Winter für alle Beteiligten so lange dauert wie vielleicht noch nie. Nach dem Schladming-Finale stehen im März noch die nationalen Meisterschaften (ÖSV in Innerkrems) auf dem Programm, dann beginnt bis in den Mai hinein eine intensive Testphase, die Läufer und Serviceleute zu Zusatz-Schichten auf den Gletschern zwingt.
Firmen und Fahrer wie Salomon-Pilot Klaus Kröll haben schon in Kvitfjell die neuen Speedski getestet, auch Head wird nach Skandinavien gehen. Der Schwerpunkt liegt aber vielfach im Riesentorlauf und das zwingt die Firmen in Mitteleuropa ganz hoch hinauf.
"Wir brauchen für vernünftige Tests Winterschnee, also müssen wir auf die Gletscher und mit Wasser präparieren", klärte ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold auf. Sind alle Ski getestet, fließen die Änderungen in Weiterentwicklungen ein. Berthold: "Im Juni oder Juli geht's dann weiter."
Visuell werden für die Zuschauer im kommenden Winter die Änderungen kaum bemerkbar sein, ist Berthold überzeugt. "Es wird etwas mehr Bewegung drin sein, aber Schlittschuhschritte werden wir nicht sehen." Intern ändert sich aber doch einiges. "Unser Technik-Leitbild an die Trainer müssen wir schon überarbeiten."









