"Damit haben wir nicht gerechnet"
Am Koppenpass ging am Mittwoch eine Lawine ab. Bis zu drei Meter türmt sich der Schnee auf der Straße, die nicht gesperrt war. Schon mehrmals sind Verkehrsteilnehmer knapp am Unglück vorbeigeschrammt.

Foto © HUEMERWieder einmal: Am Koppenpass donnerte am Mittwoch eine Lawine auf die Straße. Die Verbindung zwischen Aussee und Obertraun bleibt gesperrt
Glück im Unglück hatte ein Beamter der Polizeiinspektion Hallstatt, der im Ausseerland wohnt: Um 6.30 Uhr fuhr er über den Koppenpass, um 7.10 Uhr kam die Meldung auf den Posten: Lawinenabgang am Koppen. Die Landesstraße 701 zwischen Bad Aussee und Obertraun, gleichzeitig die Landesgrenze zu Oberösterreich, wurde auf einer Länge von rund zehn Metern zweieinhalb bis drei Meter hoch verschüttet. "Wir haben nie damit gerechnet, dass jetzt diese Lawine abgeht. Eigentlich hat sich die Situation auf den Bergen durch die kalten Temperaturen entspannt", erklärt Heinz Höll von der Lawinenwarnkommission in Obertraun. Die Lawine, die diesmal auf oberösterreichischer Seite auf die Straße donnerte, war offenbar durch einen Temperaturanstieg ausgelöst worden. "Anhand einer Messstation konnten wir nachvollziehen, dass es auf ungefähr auf 1300 Meter Höhe innerhalb einer Stunde von minus elf auf minus sechs Grad und dann wieder auf minus elf Grad gewechselt hat. Diese Anomalie dürfte der Auslöser gewesen sein", schätzt Höll.
Gefährlich wie der Sölkpass
Auch in den nächsten Tagen und vor allem durch die Sonneneinstrahlung bleibt es gefährlich. "Der Südostwind hat dort gewaltige Schneemengen in die Rinnen verfrachtet. Bis zum Wochenende wird die Straße wohl gesperrt bleiben", so Höll. Auch auf der Bad Ausseer Seite schätzt man die Situation als gefährlich ein. "Oberhalb der Straße liegen Schneemengen von bis zu 15 Metern", heißt es bei der Polizei in Bad Aussee. "Der Koppen ist im Grunde so gefährlich wie der Sölkpass."
Eine generelle Wintersperre ist am Koppen allerdings nicht angedacht, die Verbindung ist auch im Winter durchaus stark frequentiert. Es gibt viele Berufspendler und den touristischen Verkehr. Unter anderem bringen die Planaibahnen dreimal wöchentlich die Dachstein-Überquerer über den Koppenpass von Obertraun nach Schladming zurück.
Umfahren kann man die Strecke mit einem Umweg von knapp 20 Kilometern über den Pötschenpass, Bad Goisern und Hallstatt nach Obertraun.









