Sie ziehen die Spur für Hirscher und Kostelic
Zwei Steirer fiebern heute dem Nachtslalom als Vorläufer entgegen: Manuel Karelly und Helmut Kainer.
SCHI ALPIN. Augen zu. Vor dir 50.000 enthusiastische Fans, eine Eispiste vom Feinsten, Dutzende TV-Kameras und ein Millionenpublikum vor den Flatscreens. Hinter dir im Starthaus Hirscher, Ligety, Kostelic und die versammelte Weltelite der Slalom-Herren. Gierig darauf, die Tore des besten Weltcupslaloms der Saison zu "fressen". Angenehme Gefühle?
Diese Emotionen dürfen heute zwei junge Steirer erleben. Sie stehen in Schladming als Vorläufer am Start: Helmut Kainer von der Union Schönberg/Lachtal und Manuel Karelly vom DSV Leoben. "Beide zum ersten Mal", sagt der steirische Alpinchef Willi Zechner.
Aus welchem Holz die beiden 18-Jährigen geschnitzt sind, kann man erahnen, wenn man sie sagen hört, das sie sich "voll taugen", aber natürlich auch "ziemlich nervös" sind. "Vor so vielen Leuten bin ich noch nie gefahren", sagt etwa Manuel Karelly aus Gai bei Trofaiach.
Zwei Premieren
Der junge Mann hat heute sowieso einen besonderen Tag: Der Slalomspezialist vom eigentlich für seine Kicker bekannten DSV Leoben feiert heute Vormittag noch flugs sein Debüt im Europacup, beim Slalom in Zell am See, um dann schnell nach Schladming zu glühen und sich von der Planai zu stürzen. "Das ist zwar ein bissl ein Stress, aber es geht schon", grinst Karelly.
Für ihn ist es das Größte, heute unmittelbar vor seinen Idolen ins Rennen zu gehen. "Am meisten taugt mir der Dopfer Fritz", sagt Karelly. "Der fährt ein wenig wie ich, er hat einen lässigen Stil. Marcel Hirscher ist nicht so mein Typ, der hat einen anderen Fahrstil. Ich fahre eher kontrolliert und ruhig - so wie Kostelic, der taugt mir auch ziemlich."
Natürlich will er vor dem Millionenpublikum ohne Sturz ins Ziel kommen. Vielleicht erfährt er von den Trainern dann seine Zeit. "Drei Sekunden Rückstand auf die Besten wäre voll in Ordnung." CHRISTOPH HEIGL








