Wetterprognose Schladming: schwerer Muskelkater
Regen, Schnee, Schneeregen: Vor dem Nachtslalom am Dienstag tobt sich das Wetter in der Trickkiste aus. Die Folge: In Schladming wird geschaufelt, bis der Arzt kommt.

Foto © APA | Sujet
Eigentlich war die Rennpiste für den Schladminger Nachtslalom schon am Mittwochabend fertig. Vom Start bis ins Ziel perfekt präpariert und knüppelhart. Kurz: Genau so, wie es Slalomstars lieben.
Dann kam zuerst Regen und dann Neuschnee - und für die rund 100 Mann des Schladminger Pistenteams hieß es (fast) zurück an den Start. Rund 25 Zentimeter Neuschnee, das verträgt sich eben nicht mit einer Piste, die den messerscharfen Kanten der modernen Slalomlatten standhalten soll. Für die Schladminger Pistenprofis bedeutet das vor allem Arbeit. Viel Arbeit.
"Haben schon alles erlebt"
Wer jetzt allerdings glaubt, dass ob solcher Wetterwirren in Schladming gröbere Hektik ausbricht, der irrt. Hans Grogl, OK-Chef und "Mister Nightrace" seit den Anfängen des Nachtslaloms, quittiert die durchwachsenen Wetteraussichten mit einem breiten Grinsen: "Vom strömenden Regen bis zur klirrenden Kälte haben wir beim Nachtslalom schon alles erlebt - und immer hat es ein tolles Rennen gegeben. Bis zum Start des ersten Durchganges am Dienstag sorgen wir im Rahmen des Machbaren für tolle Verhältnisse. Versprochen!"
Die Schneelast wird größer
Während es in der südlichen Hälfte der Steiermark trocken bleibt, schneit es in der Obersteiermark am Sonntag bis in die Täler, erst am Montag lässt die Intensität der Niederschläge nach. Leichter Schneefall ist im Ennstal aber auch in der kommenden Woche möglich.
Das sorgt nicht nur bei den Veranstaltern des Nachtslaloms für viel Arbeit, auch die Feuerwehren sind in Alarmbereitschaft. Der Grund: Unter der Schneelast drohen Dächer einzustürzen. Bereits am Samstag musste die Feuerwehr Liezen unter anderem das Dach der Ennstalhalle in der Bezirkshauptstadt abschaufeln. Am Sonntag sowie in den kommenden Tagen werden zahlreiche weitere Einsätze mit der Schneeschaufel erwartet.
Ein durchaus realistisches Versprechen, immerhin kann sich der Nachtslalomchef auf ein perfekt eingespieltes Team aus Mitgliedern des Schladminger Wintersportvereines und der Planaibahnen verlassen. Für sie ist in den kommenden Tagen bis zum Nachtslalom vor allem eines gefragt, nämlich Durchhaltevermögen.
Am Sonntag ist für das obere Ennstal der Durchmarsch einer Warmfront vorhergesagt, die noch einmal Schneeregen oder gar Regen bringen soll. Morgen, Montag, wird es dann kälter und es soll noch einmal Neuschnee geben. Am Dienstag kühlt es weiter ab, die Temperaturen sollten bei leichtem Schneefall den ganzen Tag unter dem Gefrierpunkt liegen.
Am Samstag holte sich die Schladminger Schauflertruppe angesichts der Neuschneemengen mächtige Verstärkung. Angehängt an ein dickes Drahtseil räumte eine Pistenraupe die Schneemassen aus dem Slalomhang. Herbert Thaler vom Pistenteam: "Der Neuschnee muss schnell aus der Rennpiste. Sollte wirklich Regen kommen, bringst ihn nämlich gar nicht mehr raus."
Mit schwerem Gerät wurde am Samstag auch auf den Parkplätzen gewerkt, die am Dienstag bis zu 5000 Pkw und 400 Busse aufnehmen müssen. Und auch dort ist die Prognose bei allem Arbeitsaufwand, der in den kommenden Tagen noch bevorsteht, optimistisch. Hans Grogl: "Aus derzeitiger Sicht sollte es mit den Parkplätzen kein Problem geben."
Und wenn alle Stricke reißen, hat man in Schladming immer noch einen ausgeklügelten "Plan B" in der Hinterhand. Gut so. Immerhin gingen mehr als 30.000 Karten schon im Vorverkauf weg, mehr als 50.000 Fans werden am Dienstag erwartet.
Features
Rund ums Rennen
Anreise. Auch heuer werden zum Nachtslalom am kommenden Dienstag mehr als 50.000 Fans in Schladming erwartet. Für die Anreise empfiehlt die Polizei, auf den Hauptrouten zu bleiben und nicht zu versuchen, über Schleichwege auszuweichen. Die gesamte Strecke (Pyhrn, B 320) wird vom Hubschrauber aus überwacht, bei Verkehrsspitzen werden die Ampeln in Liezen und Trautenfels händisch geschaltet.
Parken. Fans, die per Pkw aus Graz anreisen, werden in Oberhaus von der B320 abgeleitet und direkt zu den Parkplätzen geführt. Für Busse gibt es eine neue Abfahrt unmittelbar östlich von Schladming.
Sonderzüge. Ab Graz (Abfahrt 11.48 Uhr) wird am Dienstag ein Sonderzug nach Schladming geführt. Rückfahrt: 23.55 Uhr. Für Anschlussbusse nach Gleisdorf, Feldbach, Fehring und Leibnitz ist gesorgt.








