In der Kleinregion Schladming knistert's
Rund um die fehlende Zustimmung der Gemeinde Rohrmoos zum Gemeindeverbund in der Kleinregion Schladming gibt es Ärger.
Die Kleinregion Schladming ist eigentlich ein Vorzeigemodell. Noch in der Amtszeit von Hermann Kröll gegründet, spielte der Zusammenschluss von sieben Gemeinden in der Steiermark eine echte Vorreiterrolle. Jetzt soll mit der Gründung eines Gemeindeverbundes ein weiterer Schritt zur noch engeren Zusammenarbeit gesetzt werden - und genau das sorgt aktuell offenbar für einigen Unfrieden.
Sechs von sieben Gemeinden haben den Gemeindeverbund - der zum Beispiel eine gemeinsame Gebührenordnung bei der Abwasserentsorgung beinhalten würde - in den jeweiligen Gemeinderäten schon vor Monaten beschlossen, nur aus der Gemeinde Rohrmoos steht ein solcher Beschluss noch aus.
Beschluss wurde vertagt
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates sei das Thema zwar auf der Tagesordnung gestanden, wurde aber schließlich ohne Beschluss vertagt, berichtet VP-Gemeindekassier Hannes Royer. Die VP-Fraktion im Gemeinderat habe auch die Dringlichkeit des Beschlusses klar gemacht. Royer: "Wir haben den Bürgermeister darauf aufmerksam gemacht, dass im Extremfall sogar ein Ausschluss aus der Kleinregion drohen könnte." Als Hintergrund für die Zurückhaltung der Neutralen Bürgerliste, die in Rohrmoos auch den Bürgermeister stellt, ortet Royer die extrem unterschiedliche Höhe der Gebühren in den sieben Gemeinden der Kleinregion.
"Wir waren überhaupt die Ersten, die im November 2009 dem Gemeindeverbund in einer Erstfassung zugestimmt haben", kontert Bürgermeister Hermann Trinker, der ausdrücklich betont, mit dem Gemeindeverbund an sich überhaupt kein Problem zu haben: "Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich. Die engere Zusammenarbeit der Gemeinden in der Kleinregion ist klug und gescheit."
"Gerechter Mischschlüssel"
Dem Rohrmooser Bürgermeister brennt ein ganz anderes Problem unter den Nägeln: "Es geht um den finanziellen Aufteilungsschlüssel zwischen Rohrmoos und Schladming." Schon in den 1970er-Jahren sei ein solcher Schlüssel - damals mit dem Verhältnis 50:50 beschlossen worden. Über eine Zwischenlösung, in der Schladming zwei und Rohrmoos ein Drittel der Aufwendungen trug, sei man schließlich zu einem Mischschlüssel gelangt, den damals der Gemeindebund ausgearbeitet hatte.
Hermann Trinker: "Dieser Mischschlüssel ist der tatsächlichen Situation am ehesten gerecht geworden." Jetzt wolle Schladming aber zur früheren Drittel-Lösung zurück, während Rohrmoos jenen Mischschlüssel anstrebt, den auch die Landesregierung vorgeschlagen habe und der sich aus einer Kombination aus Einwohnerzahl und Steueraufkommen errechnet.
Der Argumentation seines Rohrmooser Amtskollegen kann wiederum der Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter nichts abgewinnen: "Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Hier geht es nicht um Geld oder Befindlichkeiten, sondern ausschließlich um die Menschen in den sieben Gemeinden der Kleinregion."
Tatsache sei, dass Rohrmoos mit dem aktuellen Beschluss für den Gemeindeverbund säumig sei und keine der anderen Gemeinden der Kleinregion nachvollziehen könne, warum hier plötzlich gebremst werde.








