Mitten im Sommer kam über Nacht der Winter
Der Sommer auf dem Tiefpunkt: Der Schnee in den Bergen ist ab Montag wieder Schnee von Sonntag - richtig sommerlich wird es aber vorerst nicht.
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Der April macht, was er will - und man verzeiht es ihm. Dass jetzt aber der Juli auch schon alle Stückerln auf der Temperaturskala spielt, das sorgt wohl nicht nur bei sonnenhungrigen Urlaubern, sondern auch bei Einheimischen für Kopfschütteln: Nach einer seit Tagen anhaltenden Schlechtwetterphase hat es in der Nacht auf Sonntag nämlich sogar in den Alpen geschneit. Auf der Großglockner Hochalpenstraße galt Kettenpflicht, der obersteirische Sölkpass wurde überhaupt gesperrt, die Kärntner Nockberge präsentierten sich auch angezuckert.
Am Sonnblick wurde in der Früh eine 20 Zentimeter dicke Schneedecke registriert, auf der Turracher Höhe in Kärnten rückten Schneepflüge aus. Winterfeeling kam auch in der westlichen Obersteiermark auf: Die Gipfel von Planai, Hauser Kaibling, Planneralm und Riesneralm präsentierten sich verschneit.
Sölkpass gesperrt
Die Landesstraße L 704 über den 1.788 Meter hohen Sölkpass - in der Steiermark der Indikator für "Wintereinbrüche" schlechthin - wurde um 9.00 Uhr gesperrt. Im vergangenen Sommer war der Pass zwischen Mur- und Ennstal übrigens Ende August wegen Schneefalls gesperrt.
Der auf 1.902 Meter Seehöhe gelegene Gipfel der Planai bei Schladming zeigte sich bis weit unter die Bergstation mit einer durchgehenden weißen Decke, in der Menschen herumstapften, um sich mitten im Sommer ein Wintererlebnis zu gönnen. Angezuckert bis verschneit zeigte sich die auf rund 1.700 Meter gelegene Riesneralm bei Donnersbachwald, ebenso die Planneralm, das zwischen 1.600 und 2.200 Meter hoch gelegenen höchste Skigebiet des Bundeslandes. Die Schneefälle beschränkten sich im wesentlichen auf die höheren Lagen im Westen der Obersteiermark.
In der Stadt Salzburg wurden am Sonntagvormittag bei Schnürlregen elf Grad Lufttemperatur gemessen. Noch frischer war es im Lungau: In Mariapfarr waren es gar nur "heiße" sechs Grad.
Alles im grünen Bereich, lassen aber die Meteorologen angesichts der weißen Pracht wissen - ein solcher Einbruch im Juli sei nichts Ungewöhnliches. "Unsere Messstation auf der Villacher Alpe registriert im Schnitt alle zwei Jahre im Juli eine Schneedecke", sagt Paul Rainer von der Wetterwarte Klagenfurt. Aus der Norm fällt allerdings die lang anhaltende kühle Phase. "Dass es schon über mehrere Tage so herbstliche Temperaturen hat, ist im Juli schon außergewöhnlich", fügt Michael Butschek von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) Salzburg hinzu.
Aber: Der Höhepunkt des Kälteeinbruchs liegt hinter uns. Es wird wieder wärmer - wenn auch der Sommer nicht wirklich in Fahrt kommt, lassen die Wettermodelle doch etwas Stimmung aufkommen. Die 30-Grad-Marke bleibt im Juli voraussichtlich aber außer Reichweite, das einzig Beständige bleibt das unbeständige Wetter.











