Allgemeine Chirurgien: Sterben auf Raten
Am Freitag wurde die Spitalsreform fixiert. Für die Allgemeinen Chirurgien wird es immer enger. Schladming steht unmittelbar vor dem Aus, Bad Aussee ist angezählt.

Foto © PrivatJahrelanger Kampf für die Chirurgie in Aussee: Die aktuelle Spitalsreform hat die Einrichtung noch einmal überlebt
In den Wochen vor der Beschlussfassung der Spitalsreform sind viele Delegationen bei Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder gewesen. Auch aus der Region. Manches wurde erreicht, anderes dafür gestrichen: Wie berichtet, haben es die Schladminger geschafft, dass ihre Unfallchirurgie zu einer Vollabteilung ausgebaut wird.
Im Gegenzug streicht man dort die Allgemeine Chirurgie und baut sie zu einer Tagesklinik um. Damit sind nur mehr Operationen möglich, bei denen der Patient abends wieder nachhause gehen kann. "Das ist für die Versorgung der Region eine Katastrophe", erklärt Reinhard Steiner, Primar der Allgemein-Chirurgie am Schladminger Krankenhaus. "Vor allem, weil wir mit dieser Perspektive kein Personal mehr bekommen. Ich suche schon seit längerer Zeit einen zweiten Facharzt für die Abteilung. Der war bisher nicht zu finden und das wird bei diesem Zukunftsausblick nicht einfacher."
Welche Eingriffe im Rahmen einer Tagesklinik überhaupt möglich sind, soll bis Juli detailliert ausgearbeitet werden. "Faktum ist, dass die Operation des Blinddarms oder der Gallenblase keine Tageseingriffe sind", erklärt Steiner. "Es gibt auch viele Fälle, die in der internen Abteilung landen und bei denen sich nach ein paar Stunden doch herausstellt, dass ein chirurgischer Eingriff notwendig ist. Was passiert dann mit denen?"
In Bad Aussee kündigt das Land an, die Chirurgie im neuen Spital zwei Jahre lang zu beobachten. "Die Evaluierungs-Kriterien gelten für die ganze Chirurgielandschaft", heißt es im Ressort Edlinger-Ploder. In Bad Aussee appelliert man: "Bitte schert nicht alle über einen Kamm. Die Rand- und schwierige Wetterlage sind bei uns ein eigenes Thema."









