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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2011 um 20:16 UhrKommentare

Inventur vor der Versteigerung

Teppiche, Schmuck, Weinkeller, Autos und Einrichtung: Vor der Versteigerung bei Hans Linz wird noch einmal alles neu aufgenommen und von Gutachtern geschätzt.

Hans Linz

Foto © GEPAHans Linz

Der Vollstrecker des Bezirksgerichtes Schladming hat derzeit alle Hände voll zu tun. Die Bestandsliste in dem Konkursverfahren Hans Linz muss noch einmal komplett überarbeitet werden. "Alle verwertbaren Güter kommen unter den Hammer, müssen vorher aber bewertet werden", erklärt Masseverwalter Erwin Bajc. Der Aufwand ist groß, weil man für die verschiedenen Gegenstände oft unterschiedliche Gutachter benötigt. Autos, ein BMW-Motorrad, mehrere Teppiche, der Weinkeller, Uhren, Schmuck, Einrichtungsgegenstände privater und gastronomischer Art, aber auch Fischereirechte, eine Appartement-Anlage und das Bauernhaus müssen geschätzt werden. Man macht quasi Inventur vor der Versteigerung, die öffentlich sein wird. "Wir wollen, dass alles so transparent wie möglich ist", erklärt der Masseverwalter.

Ob man die Menschenmenge bei der Versteigerung direkt ins Haus lasse, sei aber fraglich. "Das ist Sache des Bezirkgerichts Schladming", meint Bajc, der sich auch vorstellen kann, dass dafür eine Leinwand zum Einsatz kommt. Die verschiedenen Güter würden dann mittels Projektor vor das Haus übertragen und dort versteigert. Diese Vorgangsweise gilt nicht zuletzt aufgrund des erwarteten Andrangs als wahrscheinlich.

Strafverfahren

Die Bewertung wird allerdings noch Zeit in Anspruch nehmen, man wird erst in einigen Wochen so weit sein. Der Frühling hat für den Finanzjongleur noch einen zweiten Termin bereit. Insider rechnen, dass im April das Strafverfahren gegen Hans Linz am Landesgericht Leoben eröffnet wird. Die Klage lautet auf schweren, gewerbsmäßigen Betrug. Das maximale Strafausmaß beträgt zehn Jahre. Beobachter mutmaßen, dass er sich, so wie Auer von Welsbach, durch ein Geständnis etwas von der Strafe ersparen könnte.

Die Wut über das viele verlorene Geld ist im Ennstal nach wie vor nicht verraucht. "Wenn man bedenkt, dass er letztlich ein paar Jahre sitzen muss, aber vielleicht irgendwo noch etwas auf der Seite hat, ist es auch ein schöner Stundenlohn", meint einer der Anleger. Hier wollen Anwälte wie Michael Bauer und Erich Holzinger aus Liezen weiter einhaken. "Wir fordern, dass im Zuge des Strafverfahrens wirklich geklärt wird, wo das Geld hingekommen und ob noch etwas da ist."

CHRISTIAN HUEMER

WAS BLEIBT ANLEGERN?

Selbst wenn Luxusgüter versteigert werden, dürfte nicht viel bleiben. Das Ungleichgewicht ist zu groß: 25 Millionen wurden an Forderungen angemeldet.

Vorher müssen die Anlegergelder noch offiziell als Forderung anerkannt werden. Das passiert erst, wenn die Obergerichte ein Urteil bestätigen, dass Linz persönlich für die Verluste haftet.

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