Das Motto: In Schladming wird es wieder gut
Was den Österreichern in Kitzbühel nicht gelang, soll am Dienstag im Flutlicht der Planai nachgeholt werden: Ein österreichischer Sieg ist das große Ziel. Ob dies in Schladming gelingen wird?

Foto © Erwin ScheriauSchladming Night Race 2010
Live dabei
Nach dem Sieg von Jean-Baptiste Grange in Kitzbühel haben sich auch weit mehr französische Journalisten als üblich nach Schladming begeben. Und sie fragten: "Gibt es jetzt die Revanche? Müssen die Österreicher jetzt in Schladming gewinnen?" Müssen tun sie nicht. Aber im Normalfall tun sie es, so wie sechs Mal in den vergangenen sieben Jahren. Und auch am Dienstag (17.45 Uhr bzw. 20.45 Uhr, ORF eins live) hat Schladming das Potenzial, alles wieder gutzumachen. Oder zumindest besser.
Auch bei Hans Grugger. Die knappen ärztlichen Bulletins aus Innsbruck geben weiter Anlass zu vorsichtigem Optimismus, auch die Nacht auf Montag verlief komplikationsfrei. Und Gruggers Freundin Ingrid Rumpfhuber schickte ein SMS an Bekannte: "Bitte schickt Hans Energie. Er kann es brauchen!" Am liebsten die Energie des Schladming-Siegers gemeinsam mit den positiven Schwingungen von 50.000 begeisterten Fans.
Faszination Planai
Die sollen auch die Österreicher zum Erfolg tragen. So wie Jungstar Marcel Hirscher: "Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht zu viel will, mich von den Massen nicht zu sehr anstacheln lasse. Mein Ziel ist ein Top-Ten-Platz - aber natürlich möchte ich nach wie vor endlich bei einem Heimrennen auf das Podest." Oder sogar siegen; so wie das Quartett Raich-Pranger-Matt-Herbst, das hier schon für insgesamt neun ÖSV-Erfolge gesorgt hat.
Es soll wieder gut werden; auch für Benni Raich. Die Grippe ist abgeklungen, der Frust der Kitzbühel-Woche ohne Weltcup-Punkt ist ein wenig verraucht - alleine, weil Schladming anders ist. "Es gibt keine echte Erklärung. Aber dieser Hang liegt mir einfach." Was die Faszination ausmacht: "Wenn du vor dem zweiten Lauf aus der Gondel steigst, den Lärm hörst und die Piste siehst - dann ist klar, worauf der Fokus liegt. Alles draußen, im Dunkeln, ist nicht so wichtig. Und dann hier eine gute Leistung zu zeigen - das ist ein Traum. Und es macht mir einfach Spaß, wenn ich den Leuten Freude bereiten kann." Vier Mal ist das dem Tiroler schon gelungen, die Chancen auf ein fünftes Mal stehen nicht schlecht, meint er: "Im Grunde stimmt die Form."
Wieder gut wird es auch für Mario Matt, zweifacher Schladming-Sieger. "Klar, Kitz und Schladming sind die Höhepunkte - und die Erfolge sind nach wie vor in meinem Kopf." Mit fallenden Startnummern kommt auch wieder die Lust am Risiko: "Die Form passt, nur um zu gewinnen, muss man am absoluten Limit fahren. Das ist ein Spiel mit dem Feuer - aber in Schladming riskier' ich es."
Happy Birthday
Eines ist fix: Für Manfred Pranger wird es am Dienstag ein Ständchen aus 50.000 Kehlen geben. Zum zweiten Mal fällt der Nachtslalom auf den Geburtstag des Tirolers; das erste Mal war es 2005, damals siegte Pranger in Schladming. "Es wäre schon fein, dieses Gefühl noch einmal zu haben. Denn früher war es ein Druck für mich, hier zu fahren. Am Dienstag genieße ich die Massen."









