Hydromeißel gegen die Riesenspinne
Vor 40 Jahren war er ein Vorzeigeprojekt, der Verkehrsknoten Bruck - jetzt wird er abgetragen. Brücke für Brücke, bis Februar 2011.

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Für Josef Schneiberg sind die Abrissarbeiten am Brucker Verkehrsknoten ein Jubiläum. "Das ist meine 200. Brücke", sagt der Spezialist aus dem Bezirk Mödling. Seit 15 Jahren ist die Firma Schneiberg Erd- und Abbrucharbeiten GmbH auf den Abbruch von Brücken und Industriegebäuden spezialisiert. Was Schneiberg am meisten freut: "Wir haben in all den Jahren keinen einzigen schweren Arbeitsunfall gehabt."
Brückenbereich
Dass auf den Baustellen alles funktioniert, dafür sorgt in erster Linie der Chef selber. So auch auf der Riesenbaustelle in und um die Stadt Bruck. Bisher hatten die Arbeiter noch vergleichsweise leichtere Aufgaben - das Abtragen der Stadtwaldbrücke und der B-67-Brücke, beide liegen außerhalb des Stadtkerns.
Hintergrund
Die erste wirkliche Prüfung erfolgt am nächsten Wochenende. Von Freitag, dem 29. Oktober, bis zum Allerheiligentag wird der Brückenbereich am Wienerbühel, von der Einmündung der Mariazeller Bundesstraße in die Hochbrücke bis zum Kreisverkehr Ostring, abgerissen. "Am Freitag um 12 Uhr wird dieser Bereich für den gesamten Verkehr gesperrt, lediglich ein 2,5 Meter breiter Streifen bleibt für Einsatzfahrzeuge bestehen, und am Freitag dürfen Busse bis 18 Uhr zum Bahnhof fahren", erklärt Klaus Thonhofer, Bauleiter der Arge Strabag-Haider-Granit, die mit dem Umbau betraut wurde. Aufgehoben wird die Totalsperre am Allerheiligentag um 10 Uhr.
Kein Sägen, kein Sprengen
Das Abtragen erfolgt recht konventionell. Bagger mit Hydromeißel rücken den Brücken zu Leibe. So auch am nächsten Wochenende. Mutmaßungen, dass die Brücken gesprengt oder gar mit riesigen Sägen regelrecht zerschnitten werden, haben sich nicht bewahrheitet. Schneiberg: "Das Sägen ist aufgrund der Kälte nicht möglich, da immer Wasser zur Kühlung benötigt wird. Das wäre zwar bis drei Grad minus mit Frostschutzmittel möglich, wäre aber eine enorme Umweltbelastung." Und Sprengen würde zu große Erschütterungen hervorrufen. Dadurch wären die Häuser, die ja teilweise sehr knapp neben der Brücke stehen, massiv gefährdet.
Zum Thema
Das wird vor allem von 5. bis 8. und von 19. bis 22. November der Fall sein. An diesen beiden Wochenenden wird nämlich die Fortsetzung der Hochbrücke vom Ostring bis zum Parkhaus abgetragen. Dort wird zum Schutz der Häuser ein Kran einen Galgen halten, auf dem ein Vlies zum Schutz der Fassaden befestigt ist. Wenn die Fahrbahn abgetragen ist, wird die Brücke rechts und links abgeschrämmt, die Träger werden von einem Kran auf den Boden gelegt und erst dort zerstört. Während der Arbeiten überwacht ein Seismograph die Erschütterungen, um die angrenzenden Häuser und die Minoritenkirche zusätzlich zu schützen.
Bis Februar 2011 werden alle Abrissarbeiten erledigt sein. "Dann ist aber noch nicht Schluss", weiß Thonhofer. "Die Bauarbeiten werden noch bis Frühjahr 2013 dauern."
Features
NEUE STADTDURCHFAHRT
Für die neue Brucker Stadtdurchfahrt sind 30 Monate Bauzeit geplant, die Fertigstellung erfolgt im Frühjahr 2013.
Die Stadtdurchfahrt vereint die zwei Fahrstreifen der B 116 mit jenen der Gemeindestraße auf einem Niveau. Jetzt verläuft die Gemeindestraße noch unterhalb der B 116.
Mitte Oktober startet man mit den Arbeiten zum Brückenabtrag. Zuerst wird die Straße abgefräst, dann das Brückengeländer demontiert. Mitte November erfolgt der eigentliche Abbruch.
Die neue Brücke über die Mur ist eine Stahlbogenbrücke mit einem diagonal gespannten Bogen, die Bogenhöhe beträgt 28 Meter. Sie soll das Tor in die Stadt symbolisieren, denn in ihrer unmittelbaren Nähe stand einmal ein Stadttor.
Infohotline: Das Projektteam ist unter Tel. 0664-781 32 15 werktags von 7 bis 18 Uhr erreichbar.








