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Zuletzt aktualisiert: 16.10.2010 um 22:40 UhrKommentare

Die Kanoniere liegen längst auf der Lauer

Exakt am Sonntag vor einem Jahr startete auf den großen Schibergen im Ennstal die Wintersaison. Heuer wird's wohl ein bisserl länger dauern, auch wenn Meteorologen einen Kälteeinbruch vorausgesagt haben.

Foto © AP/Sujet

Genau vor einem Jahr sorgten die großen Schiberge rund um Schladming für internationales Aufsehen. Am 17. Oktober - so früh wie noch nie - warfen Planai, Hauser Kaibling und Reiteralm die Lifte an und eröffneten die Wintersaison.

Ein historischer Frühstart, der wirtschaftlich allerdings erst auf den zweiten Blick Sinn macht. Planaichef Ernst Trummer: "In der Regel ist die Vorsaison betriebswirtschaftlich nicht ertragreich." Warum auf den Schibergen ob dieser Feststellung trotzdem so früh wie nur möglich in den Winter gestartet wird, ist schnell erklärt. Das mediale Echo auf einen möglichst frühen Saisonstart ist enorm - und zwar weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Das wiederum sorgt für unbezahlte und unbezahlbare Werbung für die Schiberge und die gesamte Region. Ein weiterer positiver Aspekt: Medienberichte über einen frühen Saisonbeginn auf den Pisten wirken sich unmittelbar im Sportfachhandel und im Tourismus aus.

Wann es heuer mit dem Start ins Wedelvergnügen klappen könnte, wagen derzeit nicht einmal die Experten vorher zu sagen. Ernst Trummer: "Derzeit gehen die Wetterprognosen ein bisserl auseinander. Die einen gehen von einem Kälteeinbruch an diesem Wochenende aus, die anderen rechnen mit dem richtigen Temperatursturz erst in der kommenden Woche." Wie auch immer, die Schneemacher auf der Planai stehen auf jeden Fall Gewehr (oder besser gesagt Kanone) bei Fuß um bei einem etwaigen Wintereinbruch schnell reagieren zu können.

Dabei macht Ernst Trummer gar kein Hehl daraus, dass ihm ein allzu früher Start in den Winter heuer nicht unbedingt ins Konzept passen würde: "Wir haben noch mehrere große Baustellen am Berg offen, da wäre es natürlich gut, wenn sich das Wetter noch ein bisserl halten würde." Dabei sei aber auch klar, dass natürlich die Schneekanonen angeworfen werden, sobald die Temperaturen passen. "Wir haben uns über Jahre das Image aufgebaut, dass wir über höchste Schneekompetenz verfügen, da ist es ganz klar, dass wir auch heuer wieder bei den Ersten dabei sein werden", versichert Trummer.

Sogar schon geschneit hat man in diesem Herbst auf der Reiteralm, wenn auch nur zu Testzwecken. Wolfgang Habersatter: "Meine Leute sind auf jeden Fall voll vorbereitet. Einmal haben wir die Anlage schon angeworfen, um zu schauen, ob alles funktioniert." Dort ist man es zwar gewohnt, besonders früh in den Winter zu starten, trotzdem ist der Druck auch heuer nicht gerade klein.

Am neunten, zehnten und elften November sollen auf der Reiteralm Europacup-Rennen gefahren werden. Und nicht zuletzt, weil wohl auch heuer dort die gesamte Weltcup-Elite zu Trainingszwecken am Start sein wird, will man sich am westlichsten Schiberg der Region klarerweise perfekt präsentieren.

CHRISTIAN NERAT

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