Eine Grundsteinlegung mit viel Segen von oben
Mit einem Festakt wurde gestern in Schladming der Grundstein für das WM-Medienzentrum gelegt. Der Bau soll Ende 2011 fertig sein.
Das Weihwasser hab ich heute zu Hause gelassen, es kommt ja genug von oben", nahm der evangelische Pfarrer von Ramsau, Wolfgang Rehner, die gestrigen Wetterkapriolen in Schladming gelassen, der gemeinsam mit dem katholischen Schladminger Pfarrer Bernhard Preiß die Segnung der jüngsten Schladminger Großbaustelle vornahm. Und tatsächlich, am flüssigen Segen von oben wurde gestern bei der feierlichen Grundsteinlegung auf der Baustelle des neuen WM-Medienzentrums nicht gespart.
Die Ehrengäste drängten sich unter zwei kleinen Zelten, die vielen Besucher des Festaktes waren wohlweislich gut beschirmt zur Baustelle unmittelbar südlich der Dachstein-Tauern-Halle gekommen. Dem ziemlich herbstlichen Wetter war es schließlich auch geschuldet, dass es sozusagen bei einer rhetorischen Grundsteinlegung blieb. Die Steintafel tatsächlich auf ihren Platz zu bringen, wäre auf der klatschnassen Baustelle wohl eine ziemlich rutschige Angelegenheit geworden.
Dem festlichen Charakter des formellen Aktes tat das freilich keinen Abbruch. Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer war ebenso zur Grundsteinlegung nach Schladming gekommen, wie der steirische Sportlandesrat Manfred Wegscheider, WM-OK-Chef Hans Grogl, Planaichef Ernst Trummer und viele andere Ehrengäste. Begrüßt vom Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter beschworen sowohl Manfred Wegscheider als auch Hermann Schützenhöfer angesichts des Großprojektes WM 2013 die Gemeinsamkeit über alle Parteigrenzen hinweg, wenn auch freilich mit feinen Unterschieden. Wegscheider: "Das ist ein großer Tag für Schladming, die Region und die Steiermark. Die WM ist das größte Projekt Österreichs im nächsten Jahrzehnt. Und dieses Projekt müssen wir gemeinsam angehen, auch wenn es in letzter Zeit einige Unkenrufe gegeben hat." Eine Anmerkung, die sich darauf bezog, dass es zuletzt in Schladming Kritik am Bund gab, der bei der Auszahlung beschlossener WM-Millionen säumig war.
Hermann Schützenhöfer nahm den Ball in seiner Ansprache prompt auf: "Natürlich ist die WM 2013 ein gemeinsames Projekt, da gibt es keine Parteipolitik. Wenn aber einer der Partner - und das war hier der Bund - ein bisserl säumig ist, muss man natürlich trotzdem aktiv werden. Aber das ist erledigt." Schützenhöfer stellte vor allem die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seiner Ausführungen: "Wir müssen angesichts solcher Investitionen vor allem auch auf den Steuerzahler achten. Daher ist die Nachhaltigkeit der WM-Projekte ein enorm wichtiger Faktor." So werde das Medienzentrum nach der WM 2013 ein wichtiges multifunktionales Zentrum für die Region sein, das Veranstaltungen, Seminaren und Ausstellungen Platz bieten könne.
Die neue Halle, die Ende 2011 fertiggestellt wird, bietet im großen Veranstaltungssaal im Erdgeschoss 1400 Sitzplätze und in den beiden Obergeschossen mehrere kleinere Räume, für Veranstaltungen und Seminare. Die Tiefgarage des Medienzentrums verfügt über 101 Stellplätze.








