Die Wespensaison naht
Die Wespensaison naht - und ein Experte prognostiziert ein starkes Jahr. Für Insektengift-Allergiker ist daher besondere Vorsicht geboten. Eine Immun-Impfung verspricht Hilfe.

Foto © AP
Die Wespen haben im August wieder Hochsaison. "Sie befinden sich heuer in der Lage, mit vielen Generationen durch den Sommer zu gehen", prognostiziert der Zoologe Karl Crailsheim von der Universität Graz für heuer ein starkes Wespenjahr.
Vor allem im Spätsommer, wenn die natürlichen Futterquellen wie Blütennektar oder Mücken nach und nach abhandenkommen, halten sich Wespen gerne bei Menschen auf. Für Insektengift-Allergiker ist daher besondere Vorsicht geboten: Innerhalb von wenigen Minuten kann ein einziger Stich schon fatale Folgen haben: von Schwellungen im Gesicht über Atemnot bis hin zum so genannten anaphylaktischen Schock (siehe Text rechts). Ohne sofortige Notfallversorgung können solche Vorfälle sogar tödlich ausgehen.
Im Bezirk Liezen musste der Notarzt im vergangenen Jahr aufgrund von allergischen Reaktionen 26 Mal ausrücken. "Heuer gab es diesbezüglich bereits 64 Noteinsätze in der Steiermark. Die Tendenz gegenüber dem Vorjahr ist noch gleichbleibend. In den letzten Jahren kamen wir immer auf knapp 200 Einsätze", sagt Klaus Pessenbacher, der ärztliche Leiter der Koordinationsstelle für Notfall- und Katastrophenmedizin in Graz.
"So gefährlich eine Insektengiftallergie auch ist, so gut kann sie aber durch die spezifische Immuntherapie behandelt werden", erklärt Ärztin Eva-Maria Varga von der Universitäts-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz, die auch Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Initiative Insektengift-Allergie ist. Ziel der Allergie-Impfung ist es, den Körper langfristig an das Insektengift zu gewöhnen.
Erfolgsrate über 95 Prozent
Die Expertin appelliert an alle Allergiker, bei denen ein einmaliger Stich zum Beispiel Erbrechen, Schwindelgefühl, Schwellungen im Gesicht und am Hals oder andere Symptome ausgelöst hat, in die jeweiligen Allergie-Zentren zu kommen (siehe Text rechts). Betroffene können sich nachhaltig vor lebensgefährlichen Reaktionen schützen. Die klinische Wirksamkeit und Sicherheit dieser Immuntherapie wurde in Langzeitstudien nachgewiesen: Nach fünf Jahren liege die Erfolgsrate bei einer Wespengiftallergie bei über 95 Prozent.
Features
HAUSMITTEL
Unterschiedliche Mittel sollen Wespen fernhalten: so zum Beispiel eine mit Gewürznelken gespickte Zitrone oder auch Kaffeepulver, das in einer Schale entzündet wird. Zuckerwasser - an einer entlegenen Stelle platziert - soll Wespen auch abhalten. Sollte es dennoch zu einem Körperkontakt mit dem Insekt kommen, helfe laut Apothekerin Karin Pollet aus Weiz eine aufgeschnittene Zwiebel, die man auf die Einstichstelle legt. Aber auch homöopathische Mittel versprechen Linderung bei Insektenstichen. Genau wie eine frische Zitronenscheibe, die man auf die Stichstelle legt: Die Säure helfe gegen die Schmerzen.







