Die Steirer warten ab - und bleiben daheim
Kürzer und näher, Auto statt Flugzeug lautet das Motto der Steirer, wenn es um den Urlaub geht. Und je näher die Reisezeit rückt, umso eher sinkt die Reiselust. Die Steiermark profitiert.

Foto © APA/SujetDie Steiermark rangiert in der Beliebtheitsskala nach dem Burgenland (77 Prozent) und Niederösterreich (69) mit 64 Prozent an dritter Stelle
Wirtschaftskrise, Aschenwolke über Europa, angekündigte Streiks in Griechenland - gravierende Weltereignisse haben heuer das Urlaubsverhalten der Steirer deutlich beeinflusst. Das bestätigt Alfred Dunkl, Fachgruppenobmann der steirischen Reisebüros. "Haben die Kunden in vergangenen Jahren schon früh ihren Urlaub gebucht, so warten sie heuer ab, wie sich die Situation preislich entwickelt", so Dunkl.
Je näher der Urlaub dann rückt, umso näher rückt auch das Ziel. Ein Trend, der sich schon im Vorjahr abzeichnete: "14 Prozent der Kunden kündigten damals an, in der Steiermark urlauben zu wollen, am Ende taten es 30 Prozent", gibt Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung in Wien an. Auch wenn der Urlaub dann mit 3,8 Nächtigungen kürzer ist, als er im Ausland geworden wäre (7,6 Nächte).
Doch auch wenn der Inlandstourismus boomt - bei rund 30 Millionen Nächten, die die Österreicher jährlich im eigenen Land verbringen, ist hier noch Potenzial. Nicht einmal jeder dritte Gast urlaubt in der Heimat. Die Steiermark rangiert in der Beliebtheitsskala übrigens nach dem Burgenland (77 Prozent) und Niederösterreich (69) mit 64 Prozent an dritter Stelle.
Steirer in der Steiermark
Es geht stetig nach oben, sprich, die Steiermark wird für die Steirer als Sommerdestination immer populärer. Allein im Sommer 2009 waren es mit rund 294.000 Steirern zehn Prozent mehr als im Vorjahr. 34 Prozent aller Steirer-Nächtigungen in Österreich entfallen auf die Steiermark selbst.
Weniger geurlaubt wird aufgrund der Krise nicht. "Es sind seit Jahren rund 50 Prozent, die Urlaub auf Balkonien machen, ein Viertel davon aus finanziellen Gründen. 15 Prozent urlauben im Inland und 35 Prozent fahren ins Ausland", erläutert Zellmann die Urlaubsgebarungen der Österreicher. Und Balkonien als Feriendomizil wird in den nächsten Jahren noch beliebter werden.
Beliebteste Urlaubsarten
Und wonach gelüstet es den steirischen Urlauber?
1. Erholungsurlaub: Sie rangiert mit Abstand auf Platz eins, die Lust auf Sonne, Strand und Wasser - und viel Ruhe.
2. Aktivurlaub mit Radfahren, Tennisspielen, Inlineskaten und anderes
3. Wandern und Bergsteigen
Von den Steirern, die das Fernweh packt, verreist ein immer größer werdender Teil mit dem Auto. "Kürzer und näher, Auto statt Flugzeug lautet die Devise", so Zellmann. So verwundert es auch nicht, dass gleich ein Viertel der Kroatien-Urlauber aus der Steiermark kommt, gefolgt von Italien und Slowenien.
Die Deutschen lieben uns
Von wo kommen die meisten Touristen, um in der Steiermark zu urlauben (Ankünfte)?
1. Deutschland: 281.300
2. Italien: 32.700
3. Ungarn: 27.150
4. Niederlande: 24.350
5. Tschechien: 25.400
Stetig in der Beliebtheitsskala nach oben wandert die Steiermark als Urlaubsziel. Gegenüber dem Jahr 2005 machten im Sommer 2009 über 50.000 Steirer mehr Urlaub in der Heimat. "Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei uns eben sehr gut. Und wir profitieren von der Unterschiedlichkeit des Landes innerhalb von nur 200 Kilometern", preist Steiermark-Tourismus-Chef Georg Bliem die Vorzüge der weiß-grünen Mark. Zudem sei die Steiermark im Vergleich zum Ausland in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden.
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URLAUBSSCHMANKERLN
Die beliebtesten Urlaubsregionen der Steirer sind das Thermenland (Oststeiermark) mit 111.600 Ankünften, die Hochsteiermark (37.200) und die Südweststeiermark (35.700).
Zählt man die Übernachtungen, rangiert das Thermenland immer noch auf Platz eins (390.000), gefolgt von Graz (125.200) und der Dachstein-Region (92.000).












