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Zuletzt aktualisiert: 18.02.2010 um 18:45 UhrKommentare

Wöhry: "Kirchturmdenken in der Schladminger ÖVP"

Wasserkraftwerks-Pläne an der Enns: LAbg. Odo Wöhry von der ÖVP übt heftige Kritik am Standpunkt der Schladminger ÖVP-Fraktion.

Odo Wöhry

Foto © PressebildOdo Wöhry

Bei seiner Pressekonferenz schlug LAbg. Odo Wöhry gehörig auf den Tisch: "In Schladming wird 2013 mit der Weltmeisterschaft eine Veranstaltung ausgerichtet, die riesigen Energiebedarf hat. Und genau hier wehrt man sich gegen Wasserkraftwerke. Das ist reines Kirchturmdenken", so die Schelte des Ennstaler VP-Politikers. Empfänger der rhetorischen Ohrfeige sind die eigenen Leute. Unter der Führung des Schladminger Vize-Bürgermeisters Toni Streicher sprach sich nämlich die ÖVP-Fraktion in einem Schreiben vehement gegen die Kraftwerkspläne des stiftischen Admonter Unternehmens Envesta aus (wir berichteten).

Nicht zuletzt die Aussage, dass die Enns auf einer Strecke von 100 Kilometern ein in seiner natürliche Form erhaltener Fluss sei, stößt Wöhry sauer auf. "Das zeigt, dass man sich in Schladming keine Sekunde lang mit dem Thema beschäftigt hat." Zwischen 1860 und 1880 sei es zum so genannten Ennsdurchstich - einer Begradigung des Flusses - und umfangreicher Drainagierungen gekommen. "Vorher war das Ennstal eine Sumpflandschaft, alle produktiven Flächen waren auf den Hängen. Das Ziel war damals ein schadloser Abfluss des Wassers, um das Bauernsterben zu verhindern. Seither ist die Enns weit weg von ihrer ursprünglichen Form."

Geld für Rückbau

Für Wöhry wären es aber gerade Kraftwerksprojekte, die gewisse Rückbauten möglich machen würden. "Etwa die Renaturierung der alten Ennsarme. Das wird die öffentliche Hand nie und nimmer zahlen, weil die Mittel fehlen. Gerade in so einer Situation hole ich mir doch die E-Wirtschaft als Partner ins Boot und mache ökologische Projekte zur Auflage", skizziert Wöhry seinen Zugang zum Thema. Gerade die Renaturierung der Ennsarme sei wichtig - bis in die 1970er-Jahre sei dort nämlich Müll entsorgt worden.

"Es kann ja auch nicht im Sinne der Ökologie sein, dass wir jeden kleinen Seitenbach mit einem Kraftwerk verbauen, nur weil entlang der Enns partout nichts gemacht werden darf."

CHRISTIAN HUEMER

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