"Das kann kein Thema sein"
Schladming steht ein heißer Herbst bevor. Vorgelegtes Projekt für neue Osteinfahrt ist "kein Thema". Jetzt wird mit Hochdruck verhandelt.

Foto © Privat
Die Schladminger Träume von einer zukunftsweisenden Verkehrslösung flogen hoch, und sie knallten vergangenen Woche mit gehöriger Härte auf den Boden der Realität. Zur Erinnerung: Noch kurz nach den WM-Zuschlag hielt sich in der steirischen Schi-Metropole hartnäckig der Plan, die Stadt durch einen Tunnel unter der Planai zu umfahren. Grob geschätzte Kosten: 170 Millionen Euro. Vor genau einem Jahr bereitete Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder diesen Plänen ein jähes Ende. Der Tunnel sei nicht zu realisieren. Nicht vor der WM und auch nicht danach.
Was vor einem Jahr allerdings im Gegenzug versprochen wurde, war eine optimale und zukunftsweisende Kreuzungslösung für die Osteinfahrt von Schladming suchen zu wollen. Das reichte den politischen Vertretern der WM-Stadt damals. Vergangene Woche wurde nun (die Kleine Zeitung berichtete) eine solche Lösung präsentiert. Sehr zum Ärger der Schladminger, denen es jetzt - salopp gesprochen - reicht.
Nicht zu akzeptieren
Bürgermeister Jürgen Winter: "Die Lösung, die uns da präsentiert wurde, kann für uns kein Thema sein." Das Projekt einer "Doppel-T-Kreuzung", bei der die bestehende Einfahrt weiter nach Osten rückt und die "Untere Klaus" mit einer Aufschließungsstraße an die B320 angeschlossen wird, sei aus Sicht der Schladminger nicht zu akzeptieren. Winter besteht weiterhin auf dem Projekt eines niveau- und kreuzungsfreien Verteilerkreises, das offenbar auch lange Zeit von den Experten des Landes favorisiert wurde.
Gescheitert sein dürfte die Schladminger Wunschvariante - zumindest vorerst - am lieben Geld. Ursprünglich mit 17 Millionen Euro projektiert, stellte sich nämlich ziemlich schnell heraus, dass ein Verteilerkreis um dieses Geld wohl nicht zu machen sei. Die schwierige Beschaffenheit des Geländes und geologische Probleme auf der einen Seite und die Ablöseforderungen von Grundbesitzern auf der anderen Seite hätten dafür gesorgt, dass das Projekt rund 30 Prozent teurer würde als ursprünglich veranschlagt.
Für Bürgermeister Jürgen Winter allerdings kein Grund, vom Verteilerkreis abzurücken: "Die Lösung, die mit viel Aufwand er
arbeitet wurde ist gut und wichtig. Die schmeiß ich doch nicht einfach weg, nur weil es Probleme mit der Grundablöse gibt."
Heißer Herbst
Jedenfalls rechnet der Schladminger Ortschef mit einem heißen Herbst, auch weil der Zeitrahmen für Verhandlungen minimal ist. Immerhin sei laut Straßenbau-Experten des Landes mit einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren zu rechnen. Winter setzt einerseits auf neuerliche Verhandlungen mit den Grundbesitzern und andererseits auf die Bereitstellung zusätzlicher Gelder.
Aus dem Büro der steirischen Verkehrslandesrätin war gestern zwar noch keine Stellungnahme zu möglichen Lösungen zu bekommen, dafür aber ein konkreter Zeitplan: Morgen findet in Graz ein Gespräch auf Beamtenebene statt, in dem noch einmal über technische und finanzielle Möglichkeiten beraten wird, erst dann soll es eine Stellungnahme von Kristina Edlinger-Ploder geben.
Features
Kommentar

Grafik vergrößernGrafik © Privat
Drei Projekte
Tunnellösung. Das größte und teuerste Projekt - eine Ortsumfahrung per Tunnel unter der Planai - wurde lange von Vertretern der Schladminger Wirtschaft favorisiert. Wohl nicht zuletzt aufgrund der Kosten von geschätzten 170 Millionen Euro gab's vor einem Jahr die endgültige Absage.
Verteilerkreis. Eine große, niveaufreie Lösung mit Kreisverkehr im Osten von Schladming wird in der WM-Stadt eindeutig bevorzugt. Das Problem: Wegen geologischer Probleme und hoher Kosten für die Grundablöse würden die ursprünglich projektierten 17 Millionen Euro um rund 30 Prozent überschritten.
Doppel-T-Kreuzung. Die nun vom Land vorgeschlagene Variante mit einer weiter nach Osten gerückten Kreuzung, zwei Linksabbiegespuren und einer Aufschließungsstraße in die Untere Klaus wird von den Schladmingern vehement abgelehnt. Argument: Diese Variante sei wieder nur ein Provisorium.







