Handelsschulen überleben nur mit Schwerpunkten
Früher bot die Handelsschule einfach solide, kaufmännische Ausbildung. Heute hält sich die Schulform nur mit Spezialisierungen über Wasser.

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Die Ferien stehen vor der Tür. Viele, die im Herbst in eine weiterführende Schule gehen, wissen bereits wohin - schließlich sind die Anmeldefristen schon vorbei. In einer Schulform ist man aber auch im letzten Moment noch herzlich willkommen: in den Handelsschulen. Die dreijährige Einrichtung kämpft um Schüler und setzt dabei neben der kaufmännischen Ausbildung oft auf Zusatzqualifikationen. In der Handelsschule Bad Aussee kann man sich etwa zur medizinisch-technischen Sekretärin und Ordinationsgehilfin ausbilden lassen. "Die Ausbildung, die in Zusammenarbeit mit dem bfi und Ärzten gemacht wird, dauert drei Jahre. Der Unterricht findet zum Teil im Spital statt und ist sehr praxisorientiert", schildert Betreuungslehrer Helmut Hoflehner. Er ist überzeugt, dass man zusätzliches Rüstzeug benötigt, um einen Job zu finden. "Dieser Schwerpunkt passt noch dazu exakt ins Salzkammergut, das sich als Gesundheitsdestination versteht."
Persönliches Engagement. Die Handelsschule in Liezen hat sich dem so genannten "Cool-Modell" verschrieben, bei dem kooperatives, offenes Lernen in Teams, oft auch ohne Lehrer, umgesetzt wird. Zusätzlich bietet man eine Schwerpunktausbildung in den Bereichen Office- und Sales-Management. "Damit haben wir auch auf dem Arbeitsmarkt Erfolg", so Direktor Josef Ahornegger. "Es gibt etwa Speditionen aus dem Raum Wien und Niederösterreich, die ganz bewusst an unserer Schule nach Absolventen fragen." Wobei er den Ball auch an die Schüler zurückspielt. "Es kommt sehr darauf an, wie engagiert und gut jemand ist. Der findet auch einen Job, egal ob er die Handelsschule oder HAK gemacht hat."
Uhren ticken anders. In der dritten Handelsschule des Bezirkes, nämlich der Schi-Handelsschule Schladming, ticken die Uhren ein bisschen anders. Dort hat man mit der auf sportliche Bedürfnisse abgestimmten Ausbildung schon seit Jahren eine Sonderstellung. Das ist auch der Grund, warum Schüler aus ganz Österreich kommen. Weniger als ein Drittel der 180 Eleven sind Regelhandelsschüler - die meisten absolvieren die Einrichtung wegen des sportlichen Ausbildungsschwerpunktes.








