Der Kopf der WM als Double für den Papst
Seit Samstag zählt der WSV Schladming 100 Jahre. Genau die Hälfte seiner Erfolgsgeschichte schrieb ein Mann mit: Hans Grogl.

Foto © KZD/Scheriau
100 Jahre ist der Wintersportverein Schladming alt. Wissen Sie noch, wann sozusagen die Ära Hans Grogl begonnen hat?
HANS GROGL: (lacht) Das weiß ich genau. Vor allem, weil ich heuer für die 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Ich bin mit fünf Jahren zum Verein gekommen. Da gab's am Zielhang der Planai einen kleinen Schlepplift, wo damals schon Kinder- und Jugendtraining angeboten wurde.
Mit dem großen Ziel, Schirennläufer zu werden?
GROGL: Natürlich! Wir waren eine kleine Partie, die Schülerrennen gefahren ist. Wir waren extrem stolz. Wir haben Rennläufertrainings gemacht und Rennläuferkarten für die Lifte bekommen, das war damals natürlich schon eine große Sache.
Wie erfolgreich war die Rennkarriere?
GROGL: Ich war steirischer Schülermeister im Slalom und in der Kombination. Und bin dann auch ein paar Jahre im steirischen Schikader gefahren. Bis ich mich dann entscheiden musste, ob ich nach Stams gehe oder in Radstadt in der Schule bleibe. Die Möglichkeit wär' da gewesen, nach Stams zu gehen. Ich hab mich dann für die Schule in Radstadt entschieden und bin eigentlich nur noch hobbymäßig Schirennen gefahren. Ich hab die staatliche Schilehrerausbildung gemacht und bin dann später, weil ich im Studentenkader war, auch noch FIS-Rennen gefahren.
Was haben Sie studiert?
GROGL: Ich habe in Graz Sport und Geografie gemacht und mit dem Magister abgeschlossen.
Ein guter Jahrgang offenbar. Wie man hört, gab's einige prominente Studienkollegen.
GROGL: Stimmt. Unter anderem den früheren Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer oder den ORF-Graz-Chef Gerhard Draxler. Ich war in meiner Studentenzeit aber auch viel mit dem Franz Voves zusammen. Der hat damals in Graz Betriebswirtschaft studiert.
Wann ging es eigentlich mit der Arbeit im WSV los?
GROGL: Während meiner Bundesheerzeit hab ich im WSV als Trainer gearbeitet. Durch meine Tätigkeit bei der Bergrettung war ich dann auch bei der WM 1982 im Einsatz. Da war ich als Bergretter mit dem Ackja im Bannwald, im Bereich des so genannten Italienerloches, im Einsatz. 1983 war ich dann das erste Mal Rennleiter-Stellvertreter, 1985 hab ich den Verein dann von Edi Hechl übernommen.
Wie viele Mitglieder hat der WSV aktuell?
GROGL: Derzeit haben wir rund 1700 Mitglieder, sind der größte Verein der Steiermark und gehören immer zu den fünf größten Vereinen in Österreich.
Noch einmal zurück zur WM. Als es im dritten Anlauf geklappt hat, war die Erleichterung riesig. Wie groß war der Druck davor?
GROGL: Die Stimmung in Schladming war ziemlich selbstbewusst. Nach dem Motto: Wir sind gut, wir hatten schon eine WM und wir wollen wieder eine. Deshalb war der Druck alleine im Ort schon deutlich spürbar.
Features
Zur Person
Hans Grogl, geboren am 31. Dezember 1952.
Wohnort: Schladming
Familienstand: Verheiratet mit Elisabeth, zwei Kinder - Jennifer (33 Jahre) und Silvester (28).
Familienunternehmen: Die Arbeit für den Nachtslalom und die Weltmeisterschaft dominiert das Familienleben der Grogls. Elisabeth ist Zeremonienmeisterin, Akkreditierungs-Chefin und für die VIPs zuständig, Sohn Silvester kümmert sich unter anderem um den Bereich Bau und Technik.









