"Sind ständig auf der Suche"
Eine hochkarätige Runde diskutierte mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer in Liezen zum Thema Lehrlinge. Die jungen Menschen sind gefragt wie nie.

Foto © APARudolf Hundstorfer
Im Publikum: Unternehmer, Direktoren, Pädagogen und viele interessierte Zuhörer. Auf dem Podium ein Mann, der gezeigt hat, dass Karriere mit Lehre mehr als ein Schlagwort ist: Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Warum er eine Lehre gemacht hat? "Ich wollte nicht mehr in die Schule gehen", schmunzelt der Minister, der Bürokaufmann gelernt hat. "Minister bin ich übrigens dann durch Zufall geworden", so der einstige Gewerkschafter.
Im Kulturhaussaal Liezen stand jedenfalls das Thema Lehre im Mittelpunkt. Und dabei wurde klar: Junge Menschen, die heute einen Beruf erlernen wollen, sind gefragt wie nie. "Wir sind ständig auf der Suche und warten sogar auf HTL-Schulabbrecher", erklärte etwa Heinz Obernhuber, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Liezen. "Wir gehen mittlerweile sogar hinaus in die Volksschulen, um bereits die kleinen Kinder für technische Berufe zu sensibilisieren."
Nach wie vor ist es so, dass sich die meisten Lehrlinge für etwa zehn Berufe entscheiden. "Obwohl wir in Österreich rund 230 zur Auswahl haben", so Hundstorfer. "Es darf auch nicht sein, dass Eltern ihre Kinder immer zur Matura und zu einem Studium drängen. Auch wenn das viele in guter Absicht machen, dass es die Kinder besser haben sollen: Das ist nicht für alle der richtige Weg", ist Nationalratsabgeordnete Elisabeth Hakel überzeugt.
Lehre nach der Matura
Dass es auch umgekehrt geht, zeigt etwa Sebastian Reiter, der ebenfalls am Podium saß: "Ich habe zuerst Matura am Stiftsgymnasium in Admont gemacht, und dann eine Lehre als Tischler bei der STIA begonnen", erklärt der Jugendliche, der sich im dritten Lehrjahr befindet. Sein Appell an die Politiker: Theoriefächer in den Berufsschulen für Maturanten kürzen. "Dafür die Praxisausbildung forcieren, das ist schon wichtig, um den Beruf gut zu lernen."
Hubert Neupers Tipp für Lehrlinge: "Sich eine Tätigkeit suchen, die man gerne macht und wofür man begeistert ist. Bei mir war es das Schifliegen, bei anderen ist das etwas anders. Man muss für den Erfolg natürlich hart arbeiten, aber die Begeisterung treibt einen voran."
In diese Kerbe schlägt auch Alfred Klafl, Direktor der Polytechnischen Schule in Rottenmann. "Wenn man es bei der Berufswahl schafft, die Schnittmenge aus Eignung und Neigung zu finden, ist man auf dem besten Weg."







