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Zuletzt aktualisiert: 21.04.2011 um 20:30 UhrKommentare

Banger Blick in die Zukunft

Die Lebenshilfe Ennstal hofft auf ein Einsehen der Politik: Wird wie geplant gespart, sind Einrichtungen vom Zusperren bedroht.

Im Liezener "Vabene" werden Schwerstbehinderte betreut und gefördert - der Sparstift gefährdet die Qualität

Foto © Ute GroßIm Liezener "Vabene" werden Schwerstbehinderte betreut und gefördert - der Sparstift gefährdet die Qualität

Ich kenne jeden unserer Klienten persönlich, und ich kenne die familiären Hintergründe", sagt Gerhard Heinz, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ennstal. Daher sei Zusperren für ihn "keine wirkliche Option, denn ich habe keine Vorstellung davon, wo die Leute hin sollen". Die Eltern seien entweder nicht mehr existent oder jenseits der 80 Jahre. "Wir können die Menschen ja nicht einfach auf die Straße setzen."

Allerdings fehlt ihm derzeit noch die Fantasie für eine Alternative zur Schließung von Einrichtungen - konkret betroffen sein könnten die Wohnhäuser in Rottenmann und Admont und auch die Trainingswohnung in Admont. In Summe geht es um die Zukunft von 18 Personen. "Im Wohnhaus Rottenmann zum Beispiel leben acht Klienten, bisher wurden uns dafür 5,75 Dienstposten zugestanden, künftig wären es nur mehr 3,95, damit kann ich die Einrichtung theoretisch nicht einmal mehr mit einem Mitarbeiter durchgehend besetzen."

Auch für das "Vabene" in Liezen, wo tagsüber 14 Schwerstbehinderte betreut werden, sieht Gerhard Heinz Probleme: "Durch den reduzierten Personalschlüssel von 9,75 auf 6,5 müssten wir zwei Leute wegschicken, um den Betrieb aufrecht zu erhalten, für diese bliebe wohl nur die Siegmund-Freud-Klinik, so sie dort überhaupt einen Platz bekommen." Mehr als System erhalten sei dann aber nicht mehr drinnen, "von Qualität rede ich da nicht mehr".

Er hoffe aber noch auf Gespräche mit Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser, diese sollen im Mai starten. "Ich glaube nicht, dass Zusperren im Sinn des Landes ist, und ich erhalte auch Signale, dass das, was jetzt auf dem Tisch liegt, auch von den handelnden Personen nicht als Weisheit letzter Schluss empfunden wird. Ich glaube, dass einfach nicht bewusst war, was diese Einsparungen im Konkreten bedeuten." Wie nachgebessert werden kann, ohne das Sparpaket aufzuschnüren, könne er sich aber nicht vorstellen, sagt Heinz.

UTE GROSS

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