Sicherheit, Uni und die Innenstadt
Die Rottenmanner Spitzenkandidaten waren sich bei der Diskussion einig: Ja zur Uni, mehr Leben in der Innenstadt und mehr Sicherheit. Die Wege zum Ziel sind aber unterschiedlich.

Foto © Sonja HaiderDie Spitzenkanidaten der Rottenmanner Parteien
Der Andrang war riesig. An den Tischen gab es im Volkshaus keine freien Plätze mehr, zusätzliche Sessel mussten geholt werden. Die Rottenmanner strömten in Scharen zur Diskussion der Kleinen Zeitung mit den Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl. Vier Gruppierungen treten in Rottenmann an und zwei Personalentscheidungen sorgten schon im Vorfeld für Gesprächsstoff. Die SPÖ hat zwei Monate vor der Wahl den Bürgermeister gewechselt. Statt Ludwig Kopf geht nun LAbg. Ewald Persch ins Rennen. Die anderen Parteien sehen das kritisch. "Warum hat man nicht gewartet, bis der Wähler entscheidet?", so VP-Vizebürgermeister Andreas Hämmerle. Persch: "Man soll sich bitte anschauen, was wir in diesen wenigen Wochen bereits bewegt und umgesetzt haben. Ich reiche die Hand zur Zusammenarbeit."
Die zweite Personalrochade in Rottenmann mündete in eine Bürgerliste. Helmut Schaupensteiner, früher umtriebiger FPÖ-Fraktionschef, startet nun mit "Wir für Rottenmann" in die Wahl. "Das ist die einzige unabhängige Gruppierung, die Ideologie außen vor lässt und parteipolitisch unabhängig ist."
Ebenfalls neu im Rennen: Daniel Scheikl von den Grünen. Der TU-Student will mehr Farbe ins Rottenmanner Stadtparlament bringen.
80.000 pro Student
Die Ziele der Rottenmanner Spitzenkandidaten sind so unterschiedlich nicht, der Weg dorthin allerdings schon. Grundsätzlich sagen etwa alle Ja zum Universitätszentrum; das Aber ist bei manchen dann doch sehr ausgeprägt ist. "Bisher hat uns diese Einrichtung rund fünf Millionen Euro gekostet. Wenn man das auf die Absolventen herunterbricht, haben wir pro Student 80.000 Euro gezahlt", erklärt FPÖ-Spitzenkandidat Wolfgang Peschel.
Hämmerle: "Auch ich sage Ja zu Uni und Bildung, nur so kann man gegen die Abwanderung etwas machen. Die Uni ist nicht nur für Rottenmann, sondern die ganze Region wichtig. Da kann es nicht sein, dass dann nur Rottenmann zahlt." Persch wusste bereits von der Unterzeichnung der Leistungsvereinbarung zu berichten - damit sei die Finanzierung gesichert. "Jetzt müssen sich nur noch die Kepler-Uni in Linz sowie die TU Graz den Anteil aufteilen. Das soll in den nächsten zwei Monaten geschehen."
Scheikl von den Grünen will das Angebot für Studenten weiter ausbauen. "Man darf sich auch nicht wundern, wenn die Studierenden nicht nach Rottenmann ziehen und es gleichzeitig keine leistbaren Wohnungen und Arbeitsmöglichkeiten gibt. Das kann nur funktionieren, wenn man die dafür notwendige Infrastruktur schafft."
Ein Steckenpferd ist auch die Innenstadt. Fast alle Parteien wollen zusätzliche Geschäfte und Einrichtungen herbringen. Helmut Schaupensteiner schlägt auch ein Gesundheitszentrum sowie eine Einrichtung für Senioren vor. Die SPÖ hat hier jedoch einen anderen Zugang. "Klar gehört die Innenstadt belebt. Wir sind aber dafür, dass man zuerst die bestehenden Betriebe fördert und stärkt, bevor man neue hereinholt", so Persch. In Sachen Sicherheit können sich alle Parteien mehr oder weniger einen privaten Wachdienst vorstellen, der an neuralgischen Punkten patrouilliert - mit Ausnahme der Grünen. "Wir finden, das ist die Aufgabe der Polizei", so Scheikl.
Prognose
Optimistisch sind die meisten bei ihrer Prognose für den Wahlausgang: Auf 50 Prozent plus eins hofft Persch, sieben bis acht Mandate Hämmerle, der auch den Anspruch stellt, Bürgermeister zu werden. Fünf bis sechs Mandate schätzt Schaupensteiner und Scheikl möchte den Einzug schaffen. "Mit etwas Glück sind wir auch Zünglein an der Waage."








