Zwei und Mehr: Familie im steirischen Fokus
Der Gratiskindergarten ist nicht alles, es fehlen Plätze. Das und mehr erfuhr Familienlandesrätin Bettina Vollath gestern bei ihrer Bezirkstour.

Foto © APADer von Vollath initiierte Gratiskindergarten findet Anklang, aber: "Was hilft uns das, wenn es nicht ausreichend Plätze gibt"
"Im September will ich wieder in meinen Beruf zurückkehren, mit meiner Arbeitsstelle ist alles klar, aber ich weiß nicht, ob es für mein Mädchen tatsächlich einen Kindergartenplatz gibt, das erfahre ich erst irgendwann im Sommer". Gerichtet war diese Schilderung aus den Alltagsproblemen einer Liezener Mutter an Familienlandesrätin Bettina Vollath, die durch den Bezirk tourte und dabei auch das Gespräch mit Eltern suchte und fand. So auch beim Müttercafe in Rottenmann, wobei im Gespräch deutlich wurde, dass die Tücken mangelnder Kinderbetreuungseinrichtungen allen Frauen aus eigenem Erleben bestens bekannt sind. Gratiskindergarten. Der von Vollath initiierte Gratiskindergarten findet Anklang, aber: "Was hilft uns das, wenn es nicht ausreichend Plätze gibt". Die Landesrätin appellierte an die Frauen, selbst aktiv zu werden und bei den Bürgermeistern mehr Angebot einzufordern: "Zuständig sind die Gemeinden, das ist auch eine Sache von Prioritäten. Das Land fördert den Ausbau und auch Personalkosten." Für die räumliche Erweiterung von Kindergärten übernimmt das Land 40 Prozent der Kosten, für Kinderkrippen die Hälfte.
60 Prozent. "Wenn sich mehrere Kleingemeinden zusammenschließen, werden sogar 60 Prozent gefördert", so Vollath. Auf Nachmittagsbetreuung von Schulkindern bestehe ein Rechtsanspruch, sobald 15 Eltern bei der Gemeinde Bedarf anmelden. "Auch dafür gibt es Förderungen, in der Steiermark sogar schon ab zehn Kindern, weil wir uns der kleinräumigen Strukturen durchaus bewusst sind." Verbesserungen strebt die Familienlandesrätin auch bei den Tagesmüttern an: "Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive, aber auch bessere Berufsbedingungen, denn es ist zu beobachten, dass Tagesmütter diesen Beruf nur sehr kurz ausüben. Vollath schwebt ein anderes Gehaltsmodell vor, bezahlt werden soll nicht mehr pro Kind, sondern auf Basis des Kollektivvertrages für Sozialberufe.
Familienoffensive. Unter dem Titel "Zwei und Mehr" hat die Landesrätin heuer eine Familienoffensive gestartet, damit soll ein Diskurs über die unterschiedlichen Lebenswelten von Familien in Gang gesetzt werden. "Familie ist nicht mehr nur Mutter, Vater, Kind. Es haben sich neue Formen entwickelt, die wertfrei zu sehen sind. Wir wollen Unterstützung anbieten."
Elternbildung.Ein Schwerpunkt ist Elternbildung, so bekommen alle Familien, die den steirischen Familienpass besitzen, zwei Gutscheine im Wert von je zehn Euro für Elternbildungsseminare nach Wahl. Außerdem werden Gemeinden dabei unterstützt, kinderfreundlicher zu werden, entsprechende Konzepte sind in Ausarbeitung. Die Kinderferienaktion wurde neu gestaltet und ermöglicht Kindern aus sozial schwächeren Familien unbeschwerte Urlaubstage. In den nächsten Monaten tourt die Familienlandesrätin durch alle Bezirke und sucht den Kontakt zu jenen, die sie vertritt. Infos zur Familien-Offensive: www.zweiundmehr.at









