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Zuletzt aktualisiert: 07.12.2010 um 20:30 UhrKommentare

"Das schärft das Bewusstsein"

Der 19-jährige Rohrmooser Samuel Gyger hat sich für eine außergewöhnliche Variante zum Zivildienst entscheiden: Er leistet für ein Jahr Sozialdienst im afrikanischen Sambia.

Mir war immer klar, dass ich nach der Matura ein anderes Land kennenlernen möchte. Vor der endgültigen Entscheidung, nach Sambia zu gehen, habe ich mich ausführlich informiert - online und in Gesprächen", erklärt Samuel Gyger aus Rohrmoos seine Entscheidung und den Weg dorthin. Wichtig sei ihm vor allem gewesen, eine verlässliche Trägerorganisation zu finden. "Das war, im Nachhinein betrachtet, tatsächlich von großer Bedeutung", sieht sich der Zivildiener bestätigt. Seine Wahl fiel auf die Vorarlberger Pfarre Frastanz, die ein Medienprojekt in Sambia betreut.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ende August flog er Maturant in den Süden Afrikas. Sein Arbeitsplatz liegt in der 400.000 Einwohner-Stadt Ndola. Hier ist "Mission-Press" stationiert, ein Non-Profit-Medienhaus mit einem Verlag für Printprodukte und elektronischen Medien. "Ich arbeite derzeit im IT-Departement beim Ausbau und der Sicherung des Netzwerkes. Außerdem schule ich das einheimische IT-Team und halte Vorträge in Schulen." Ziel des Sozialdienstes sei es, berichtet Samuel Gyger, das Aufgebaute zur weiteren Betreuung in die Hände Einheimischer zu übergeben.

Während seines Aufenthaltes lernte der HTL-Absolvent auch die Schattenseiten Sambias kennen. Er berichtet von enormer, oft auch versteckter, Armut, ruinierten Straßen und auch persönlichen Einschränkungen: "Es ist natürlich eine große Umstellung, mit einer komplett anderen Kultur und Wesensart der Menschen klarzukommen. Hier lebt man meilenweit vom europäischen Komfort entfernt. Das beginnt bei einfachen Dingen wie Essen oder Schlafplatz und schärft das Bewusstsein, wie gut es uns in Österreich geht." Doch gerade in dem "herausfordernden Umfeld" hat der junge Mann einen besonderen Reiz entdeckt. "Mein Ziel ist es, in Ndola eine kleine positive Veränderung zu hinterlassen. Dafür bin ich hier. Und dafür, viel fürs Leben zu lernen."

Auslandszivildienst

Seit 1991 gibt es die Möglichkeit, anstatt des Zivildienstes einen Ersatzdienst im Ausland zu leisten. Der Dienst dauert ein Jahr, muss unentgeltlich geleistet werden und wird vom Innenministerium als ordentlicher Zivildienst anerkannt.

Drei Möglichkeiten stehen zur Auswahl: Friedensdienst, Gedenkdienst oder Sozialdienst. Im Gedenkdienst wird weltweit die Geschichte des Holocausts aufgearbeitet, etwa wird in ehemaligen Konzentrationslagern gearbeitet. Die Einsatzstellen des Friedensdienstes befinden sich an den ehemaligen Schauplätzen von Kriegsverbrechen, dabei wird in Projekten zur Völkerverständigung mitgewirkt. Wer sich für den Sozialdienst entscheidet, wird in unterschiedlichen Ländern etwa in der Entwicklungshilfe, Kinderbetreuung und Behindertenhilfe eingesetzt.

MARTIN HUBER

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